Keine Angst vor Virus!

Das Wasserrübenvergilbungsvirus (Turnip yellows virus, TuYV) wird seit neustem von vielen als neue „Gefahr“ im Rapsanbau deklariert. Dabei ist TuYV kein neues Phänomen im Winterrapsanbau.

Virus im Raps
 Virus im Raps
Der Befall mit Virus kann dann im Verlauf der Vegetation und in Kombination mit ungünstigen Witterungsbedingungen (wie z.B. 2016) zu Wuchsminderung sowie auch einen Ertragsabfall in Korn und Öl mit sich bringen.

Die Symptome der TuYV-Infektion zeigen sich in Rotfärbungen der Blattränder, die optisch schon im Herbst aber auch im Frühjahr im Feld zu erkennen sind. Vektor und Überträger des TuYV sind Blattläuse. Virusbedingte Blattsymptome treten in der Regel ab Mitte November bis Ende Februar auf. Diese Symptomausprägung ist jedoch kein eindeutiges Indiz für einen Virusbefall und kann häufig zu Verwechslungen mit z.B. Nährstoffmangel oder abiotischem Stress führen. Ein eindeutiges Ergebnis darüber, kann letztlich nur der ELISA-Test im Labor liefern.

Schon vergangene Untersuchungen (Schaardt 2006) zeigen, dass der Virusbefall im Raps kein neues Thema ist und auch bereits in den letzten Jahren im Raps vermehrt aufgetreten ist, ohne wirklich ertragswirksam aufzufallen. Einige Faktoren (Klimaänderungen, Verbot neonikotinoide Beize etc.) haben dazu geführt, dass das Virusauftreten und der Befall in den vergangenen Jahren verstärkt aufgefallen.

Einzige Möglichkeit unter den aktuell gegeben Bedingungen gegen Virus, ist der Anbau toleranter und resistenter Sorten. Für die RAPOOL-Züchter ist TuYV –Toleranz nicht neu.  Im (Freiland-)Zuchtgarten werden die Sorten den natürlichen Stressbedingungen der jeweiligen Jahre ausgesetzt und nur die Stärksten werden  selektiert. Das zeigt sich in offiziellen Versuchsergebnissen.

In den Landessortenversuchen 2016 waren BENDER und PENN trotz bundesweitem Virusdruck die ertragsstärksten Sorten mit rel. 105 im Kornertrag (n = 61). In den Wertprüfungen zeigte sich HATTRICK als ertragsstärkste Neuzulassung im Dezember 2016.

Das Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV), übertragen durch die Blattlaus hat in den letzten Jahren, aufgrund von Klimaänderungen und einer fehlenden insektiziden Beize an Bedeutung zugenommen. Für RAPOOL ist das „Problem“ nicht neu und ein altbewährtes Zuchtziel. Nur die Besten und Stärksten Sorten kommen weiter und können sich trotz Virusbefalls in den neutralen Offizialprüfungen beweisen.

Nadine Wellmann, Deutsche Saatveredelung AG/RAPOOL-RING GmbH