Rapsdüngung 2018 unter den Vorzeichen der Düngeverordnung

Seit der Veröffentlichung am 01. Juni 2017 gilt die neue Düngeverordnung (DüV). Da auch Anfang 2018 noch nicht alle Details ausgestaltet sind, wurden bereits für die Herbstdüngung 2017 Übergangsregelungen angewendet.

 
Auch zur Frühjahrsdüngung 2018 bestehen noch viele offene Fragen und unterschiedliche Auslegungen der gesetzlichen Vorgaben in den Bundesländern. Daher kann an dieser Stelle nur vereinfacht auf die wichtigsten Punkte eingegangen werden. Die für Ihren Betrieb geltenden Vorgaben zur Berechnung und Dokumentation der gesetzlichen Vorgaben erhalten Sie von den zuständigen Länderdienststellen.

Neben zahlreichen Vorgaben zu Ausbringungszeiten, Techniken, Abständen, Sperrfristen usw. regelt die neue Düngeverordnung in einem Schwerpunkt den Bereich der Düngebedarfsermittlung. Weiterer Schwerpunkt ist der Bereich der Nährstoffsalden auf Betriebsebene (siehe Schaubild).

Zum besseren Verständnis sollten Sie sich der Unterschiede genau bewusst sein, denn beide Teilbereiche müssen unabhängig voneinander eingehalten werden. Die wichtigsten Grundvoraussetzungen sind:

  • Kennen und Einhalten der betrieblichen N- und P-Salden
  • Düngebedarfsermittlung vor jeder Düngemaßnahme
  • Schriftliche Dokumentation der Berechnungen und der Düngung
  • Düngebedarfsermittlung nach §4 DüV

 
§4 regelt die Ermittlung des Düngebedarfs für Stickstoff und Phosphat für alle Kulturen.  Der Basisbedarf beträgt bei Raps 200 kg N für einen Zielertrag von 40 dt/ha. Vom Stickstoffbedarfswert müssen verfügbare N-Mengen aus Nmin., Vorfrucht und Nachlieferung abgezogen werden, um den für die Düngung verbleibenden N-Bedarf zu ermitteln. Liegt in einem der letzten drei Jahre der Ertrag um mehr als 20% unter dem des Vorjahres, so darf stattdessen der Vorjahresertrag zur Ermittlung des 3-jährigen Durchschnittertrags herangezogen werden.

Mit Hilfe des N-Kalkulators kann der Stickstoffbedarfswert für Raps und die daraus abgeleitete maximale  N-Düngung schnell erfasst werden.

Auch die Nährstoffsalden begrenzen Höhe der zulässigen Düngung (§8 DüV) – N-Saldenplaner verschafft Übersicht

Parallel zu den Vorgaben der Düngebedarfsermittlung muss immer der betriebliche Nährstoffsaldo beachtet werden, der in §8 geregelt wird. Die Bilanzierung erfolgt saldiert über alle Kulturen und Flächen auf betrieblicher Ebene.Durch die Novelle wird der 3-jährige betriebliche N-Saldo von aktuell max. + 60 kg N/ha und Jahr ab 2018 auf + 50 gesenkt, für Phosphat gilt entsprechend eine Absenkung von +20 auf +10 im 6-jährigen Mittel.

In der Regel wird die Einhaltung der geforderten N- und P- Salden die größte Herausforderung darstellen und ein Umdenken erfordern. Denn für viele Kulturen können sich trotz korrekter Düngerbedarfsermittlung  je nach Situation N-Salden ergeben, die über den „gewünschten“  maximal +50 kg N/ha/Jahr liegen. Saldenüberschreitungen müssen dann über geringere Salden in anderen Kulturen und Jahren ausgeglichen werden. Tückisch kann sich die Berechnung als gleitender Mittelwert erweisen. Wenn z.B. eine sehr gute Ernte 2015 den 3-jährigen Saldenschnitt 2015 bis 2017 prägt, so wird dieser Wert in der kommenden Anbauperiode unweigerlich herausfallen. Der aus Düngung und Ernte resultierende N-Saldo der kommenden Ernte 2018 wird zusammen mit den 16er und 17er N-Salden den neuen 3-jährigen Mittelwert bilden. Hier ist im 3-jährigen Mittel nun ein Schnitt von max. +56,7 kg N/ha gefordert. Der Start in die Düngesaison 2018 beginnt also für jeden Betrieb mit der Ermittlung seines maximalen Spielraums, der sich aus den N-Salden der Ernten 2016 und 2017 ableiten lässt.

Mit dem N-Saldenplaner kann der maximal zulässige N-Saldo 2018 und auch für die kommenden Jahre auf einen Blick erfasst werden. Einfach die N-Salden der letzten Erntejahre eintragen. In den blauen Zellen lässt sich dann ablesen, welcher N-Saldo maximal zulässig ist, um den 3-jährigen Mittelwert einzuhalten. Die 3-Jahres-Zeiträume verdeutlichen, welche Werte jeweils in den Mittelwert eingehen. Sie können für 2018 und 2019 auch eigene Planwerte eintragen und die Auswirkungen auf den betrieblichen N-Saldo ganz einfach nachvollziehen.

Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH, Januar 2018