Spätsaaten: gute Bodenstruktur und angepasste Produktionstechnik

Ein erfolgreicher Winterrapsanbau kann durch Anpassung von Bodenbearbeitung, Aussaat, Sortenwahl und Bestandesführung auch noch bei Aussaaten im September gegeben sein.

Aussaat Raps
 Aussaat Raps
Die Erfahrungen aus dem Herbst 2010 haben gezeigt, dass Spätsaaten im Winterraps eine angepasste Produktionstechnik honorieren. Rapsaussaaten bis Anfang September sind möglich und können bei einer angepassten Produktionstechnik zu guten Erträgen führen. Spät gedrillten Rapspflanzen bleibt im Herbst weniger Zeit für eine ausreichende Vorwinterentwicklung. Angestrebt werden 8 - 10 Blätter und ein Wurzelhalsdurchmesser von 8-12 mm vor Winter. Hierfür müssen bei Spätsaaten einige Punkte beachtet werden.

Sortenwahl und Beizung
Grundsätzlich sind Hybridsorten besser für die Spätsaat im Winterraps geeignet. Durch die höhere Vitalität und Wüchsigkeit können sich kräftigere Bestände vor Winter entwickeln. Besonders zu empfehlen sind hier die RAPOOL-Hybridsorten: VISBY, DIMENSION, SHERPA und PRIMUS.
Die Premiumbeizung (Elado) wirkt leicht wachstumsfördernd und bietet einen erhöhten insektiziden Schutz. Ergänzend sollte bei Spätsaaten die DMM-Beizung gewählt werden, da der Wirkstoff DMM das Wachstum der Bestände zusätzlich fördert und vitalisiert. Zusätzlich gibt die DMM-Ergänzungen einen Schutz vor falschem Mehltau, der besonders bei nasser Aussaat vermehrt Infektionen hervorrufen kann.

Bodenbearbeitung und Aussaat
Bei Spätsaaten ist eine angepasste Produktionstechnik notwendig, die den Beständen eine optimale Vorwinterentwicklung ermöglicht. Entscheidend sind eine ausreichende Saatstärke von ca. 45- 50 Körnern/m² und eine gute Saatbettbereitung. Das Saatbett sollte bei nassen Bedingungen nach der Lockerung nicht zu stark rückverfestigt werden. Dies ermöglicht eine weitere Abtrocknung des Bodens und Luftzufuhr für die Rapswurzeln. Die Bodentemperatur im Herbst hat einen hohen Einfluss auf die Entwicklung der jungen Rapspflanzen. Bei Bodentemperaturen unter 10°C verläuft die Keimung langsam. Bereits ab Bodentemperaturen von 12°C kann der Winterraps zügig auflaufen und sich gut entwickeln. Die Bodenbearbeitung sollte grundsätzlich die Erwärmung des Bodens fördern (hohe Durchlüftung).

Düngung und Pflanzenschutz

Einfluss der Saatzeit auf den Ertrag bei Linien- und Hybridsorten
 Einfluss der Saatzeit auf den Ertrag bei Linien- und Hybridsorten
Bei Spätsaaten hat sich je nach Vorfrucht eine N-Startgabe (40 kg N/ha) zur Saat oder zum auflaufenden Raps vor Winter bewährt um den jungen Pflanzen mit kleinen Wurzeln eine Wachstumsförderung zu ermöglichen.
Die Wahl und Aufwandmenge der Herbizide sollte eine schnelle Jugendentwicklung des Winterrapses möglichst nicht beeinträchtigen. Hierbei sollte beachtet werden, dass in kühlen und nassen Böden Wirkstoffe sich nicht in gewohnter Schnelligkeit abbauen.
Dieses Jahr kann der Infektionsdruck mit Phoma lingam im Winterraps aufgrund der starken Niederschläge vielerorts hoch sein. Die Meinung des Phomaexperten Dr. Johann Frahm hierzu: „Es ist davon auszugehen, dass insbesondere in den Gebieten mit sehr hohen Niederschlägen, bei passender Witterung, Infektionen in diesem Jahr sehr früh erfolgen können. Für die Empfehlungen bedeutet das meines Erachtens, dass Wachstumsreglerbehandlungen mit guter Phomawirkung gezielt bei Befallsschüben ab dem 3-4. Blattstadium infrage kommen, um zumindest eine gute Teilwirkung zu erzielen. Der Sporenflug wird früh und verzettelt einsetzen, so dass nur Teilwirkungen zu erzielen sind, daher wird die Sortentoleranz wieder eine große Rolle spielen.“
Zusätzliche regionalsprezifische Prognosen und Empfehlungen bietet das kostenlose Phomaprognosemodul von RAPOOL und proPlant.
Bei Aussaat unter nassen Bedinungen und einer geringeren Rückverfestigung bei der Bodenbearbeitung kann es zu einem erhöhten Schneckenbefall kommen.

Fazit
Spätsaaten im Winterraps sind keine Ideallösung, aber mit RAPOOL-Hybriden, mit Premiumbeizung + DMM, mit einer angepassten Saatstärke und mit einer optimalen Bestandesführung können durchaus auch mit Septembersaaten noch gute Erträge und bei den aktuellen Preisaussichten noch hohe Marktleistungen erzielt werden.
 

RAPOOL-RING, August 2011