Saatzeit mit optimaler Saatstärke kombinieren

Ein erfolgreicher Winterrapsanbau kann durch ein durchdachtes Zusammenspiel von Bodenbearbeitung, Aussaat, Sortenwahl und Bestandesführung auch noch bei Aussaaten im September gegeben sein.

 
In allen Lagen sind die höchsten Erträge bei der optimalen Saatzeit zu erwarten. Diese liegen je nach Region und standortspezifischen Eigenschaften zwischen dem 15. und 30. August. Die von Rapool langjährig empfohlenen Saatstärken von 40 bis 50 keimfähigen Körnern/m² sind wirtschaftlich, pflanzenbaulich und ertraglich eine sehr gute Zielgröße für den verlässlichen Betriebserfolg. Dies spiegelt sich auch in der Praxis wieder: Laut Marktforschungsinstitut Kleffmann betrug die durchschnittliche Saatstärke für Hybriden in den letzten Jahren relativ konstant ca. 45 bis 48 Körner/m².
Hohe Saatstärken erhöhen das Lager- und Krankheitsrisiko bei gleichzeitig verminderter Ertragssicherheit. Sehr niedrige Saatstärken verzeihen keine Pflanzenverluste z.B. durch Schnecken oder schlechte Keimbedingungen. Sie blühen sehr lange und reifen ungleichmäßiger ab. Die Ernte ist in beiden Fällen erschwert. Mittlere Saatstärken sind ein sehr guter, praxistauglicher Kompromiss aus der Forderung nach einer kräftigen, tief wurzelnden Einzelpflanze und der Anforderung eines leistungsfähigen Rapsbestandes mit hoher Konkurrenzkraft. Sie zeigen ein erhöhtes Kompensationsvermögen, z.B. bei Nässe, Spätsaaten oder reduzierter Bodenbearbeitung. Die Abreife erfolgt schneller und homogener und der Bestand zeigt eine große Flexibilität in der Anpassung auf alle Herausforderungen von der Aussaat bis zur Ernte.
Das Anbaurisiko steigt mit jeder Abweichung vom optimalen Saattermin. So sind extreme Frühsaaten wegen der Gefahr des Überwachsens genauso stark auswinterungsgefährdet wie extreme Spätsaaten mit ihrer schwachen Vorwinterentwicklung. Bei später gesätem Raps muss mit einem flacheren und insgesamt schwächeren Wurzelsystem gerechnet werden. Die moderate Erhöhung der Saatstärke auf 50 bis 55 Kö/m² zeigt sich daher bei späteren Saatzeiten ertragreicher und ertragssicherer.
Auch für das Saatbett sind Abweichungen vom Optimum hinsichtlich Bodenstruktur, Bearbeitungstiefe, Rückverfestigung usw. mit zunehmenden Risiken verbunden (Stichwort Feldaufgang). All diese Faktoren gilt es bei der Wahl der Saatstärke zu berücksichtigen.
Allgemein gilt: Je ungünstiger also die Anbaubedingungen für Bodenbearbeitung und Bestellung, desto wichtiger werden Sorteneigenschaften wie Frohwüchsigkeit, Stresstoleranz und Regenerationsvermögen. Rapool-Hybriden zeichnen sich bei der Aussaat und in der anschließenden Herbstentwicklung durch ihre breite Anpassungsfähigkeit aus.