Sommerraps - Fruchtfolge und Ökonomie
Fruchtfolge
Sommerraps besitzt einen hervorragenden Vorfruchtwert. Zwar reicht die Durchwurzelung nicht so tief wie bei Winterraps, dafür ist aber der Oberboden durch die im Vergleich zu Winterraps deutlich höhere Bestandesdichte sehr intensiv aufgeschlossen. Die hinterbleibenden Ernterückstände sind wesentlich feiner und enthalten darüber hinaus noch Restnährstoffe für die Folgekultur. Sommerraps hinterlässt eine hervorragende Bodengare und bietet somit optimale Voraussetzungen für die reduzierte Bodenbearbeitung zur Folgefrucht. Aus Fruchtfolgegründen sollte der Rapsanteil nicht mehr als 20-25 % der Ackerfläche einnehmen.
Betriebswirtschaftliche Aspekte
Ökonomisch betrachtet ist der Anbau von Winterraps sicherlich in den meisten Fällen rentabler. Dennoch bietet der Sommerrapsanbau durchaus interessante Perspektiven, die sich in der Regel aus einzelbetrieblichen Überlegungen ergeben. Ist der Winterrapsanbau nach spät räumenden Vorfrüchten nicht mehr möglich, so stellt der Anbau von Sommerraps eine gute Alternative mit genügend Zeit für eine vernünftige Bodenbearbeitung dar. Interessant ist dies z.B. für viehhaltende Betriebe mit einem hohen Anteil Mais in der Fruchtfolge. Auf Ackerbaubetrieben bedeutet die Verlagerung der Rapsaussaat ins Frühjahr eine erhebliche Arbeitszeitentzerrung.
Sommerraps erreicht in Deutschland immer dann höhere Anbauflächen, wenn im Winterraps z.B. durch Auswinterung, Schädlinge oder Trockenheit größere Flächen ausfallen. In diesem Fällen kann und darf die Rentabilität des Sommerrapsanbaus nicht mit Winterungen verglichen werden, sondern es müssen vielmehr die im Frühjahr in Frage kommenden Alternativen betrachtet werden. Diese Alternativen müssen sowohl ökonomisch als auch anbautechnisch passen. Ist z.B. nach einem Winterrapsumbruch noch mit Herbizidrückständen und damit einer Schädigung der Folgekultur zu rechnen, so bleibt oft nur Sommerraps als einzige Anbaualternative im Frühjahr übrig.

