Dr. Martin Frauen erhält Johann-Heinrich-von-Thünen-Medaille

Dr. Martin Frauen erhält eine besonder Ehrung für seine herausragenden Leistungen in der Rapszüchtung.

Dr. Martin Frauen ist Träger der Johann-Heinrich-von Thünen-Medaille 2012. Foto: CAU/Kathrin Urban
Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verlieh im Mai die Johann-Heinrich-von-Thünen-Medaille in Gold an den Pflanzenzüchter Dr. Martin Frauen für seine herausragenden Leistungen in der Rapszüchtung.
„Die Auszeichnung gilt einem engagierten und leidenschaftlichen Pflanzenzüchter, der die Landwirtschaft weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus maßgeblich mitgeprägt hat“, betonte Professorin Karin Schwarz, Dekanin der Fakultät.

Martin Frauen ist seit 1982 Saatzuchtleiter der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG (NPZ) in Hohenlieth. Unter Frauens Leitung entwickelte die NPZ zukunftsweisende Konzepte für die Züchtung von Ölraps, die maßgeblich zum großen Erfolg von Raps als Quelle hochwertiger Ernteprodukte beigetragen haben. Die NPZ ist Gesellschafter der Vertriebsorganisationen SAATEN-UNION GmbH und RAPOOL-RING GmbH.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Verfahren, unter anderem die Genomforschung, führte Frauen durch zahlreiche Kooperationsprojekte mit der CAU und anderen Universitäten stets direkt in die züchterische Praxis. Auf diese Weise machte er die Landwirtschaft ergiebiger und schonte Ressourcen. So züchtet die NPZ seit 1995 zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Robustheit von Winterraps Sorten, die auf einem eigens entwickelten Hybridsystem basieren.

Heute findet sich dieser Sortentyp, der über den RAPOOL-RING in Deutschland vermarktet wird, auf 60 Prozent der gesamten Rapsanbaufläche, die 2012 insgesamt etwa 1,3 Millionen Hektar beträgt. Weltweit betrachtet, ist Raps heute vor der Sonnenblume die zweitwichtigste Ölpflanze nach Soja. Das Rapsöl dient dabei als Speiseöl und Energieträger, während Rapsschrot als Tierfuttermittel verwendet wird.

„Ich bedanke mich für diese Ehrung meiner Arbeit“, sagte Frauen bei der Verleihung und wies darauf hin, dass es für die Realisierung zukünftiger Zuchtziele wichtig sei, weiterhin freien Zugang zu genetischen Ressourcen zu haben und den Züchtungsvorbehalt zu erhalten. Eine große aktuelle Herausforderung für die Züchtung sei der Klimawandel, der mit Starkregen, Trockenheit, starkem Frost ohne Schnee, Sturm und Hagel einhergehe. Hierfür müssten schrittweise angepasste Sorten entwickelt werden. Die vorwettbewerbliche, öffentlich geförderte Gemeinschaftsforschung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sei hierfür von sehr hoher Bedeutung, so Frauen, der auch Sprecher der Züchter der sieben Gesellschafter der SAATEN-UNION ist.

Die Johann-Heinrich-von-Thünen-Medaille wird alle zwei Jahre von der Agrar- und Ernährungs¬wissenschaftlichen Fakultät der CAU an verdiente Persönlichkeiten der Agrarwirtschaft verliehen.

 

Quelle: Pressemeldung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2012/2012-147-thuenenmedaille.shtml