Raps – Das Premiumfruchtfolgeglied

Ausführungen zum Thema von Josef Parzefall, NU Agrar

Raps in der Fruchtfolge

Die zuletzt in großem Umfang praktizierte Fruchtfolge Raps-WW-WW hat in der Praxis immer häufiger zu Problemen in der Etablierung leistungsstarker Rapsbestände geführt. In der Folge entstand daraus eine Spätsaatdiskussion, mit der das Ziel der 5-Tonnen-Erträge oft aus dem Blickfeld verschwand. Im Gegensatz zu dieser rein nach betriebswirtschaftlichen Aspekten ausgerichteten Dreierfruchtfolge haben jetzt Biogasanlagenbetreiber die Möglichkeit, alle Vorteile einer früh räumenden Vorfrucht für den Raps auszunutzen, indem sie Raps nach GPS-Getreide stellen. Zwar reduziert sich durch die Aufnahme von Raps in eine Biogasfruchtfolge ganz zwangsläufig der Maisanteil, jedoch steigen im Gegenzug die Erträge der substratliefernden Fruchtfolgeglieder, allen voran die des Maises. Der Raps mit seinem tiefgreifenden Wurzelsystem und seiner hohen Rücklieferung an schnell und leicht mineralisierbarer organischer Substanz (Nährhumus) egalisiert genau jene Schwächen und Probleme, die gegenwärtig praktizierte Energiepflanzenfruchtfolgen mit sich bringen.

Mit der Aufnahme von Raps in diese Fruchtfolgen erübrigt sich die Befürchtung, dass zu hohe Abfuhren an Gesamttrockenmassen zu einem Abbau des Nährhumusgehalts in den Böden führen könnten. Wegen des engen C/N-Verhältnisses der Rapsernterückstände kann der darin enthaltene Kohlenstoff sofort wieder mineralisiert und verfügbar gemacht werden. Durch die nachfolgend frühzeitige Wintergetreideaussaat, die als Körner- oder GPS-Nutzung durchgeführt werden kann, relativiert sich die oft gegen den Raps ins Feld geführte Problematik zu hoher N-Mengen in den Böden nach der Rapsernte. Mit dem Anstieg der Rapserträge durch Rapsfrühsaaten nach GPS-Getreide wird im Übrigen auch die N-Ausnutzung des Rapses selbst wieder besser, sodaß von einer Entlastung der N-Rücklieferungsproblematik auszugehen ist. Der Effekt einer Rücklieferung von Rapsstroh incl. der Wurzeln hinsichtlich der Nährhumusbereitstellung entspricht etwa dem eines zweimaligen gut gelungenen Zwischenfruchtanbaus ohne Abfuhr des oberirdischen Aufwuchses. Besonders stark von der hohen C-Rücklieferung des Rapses profitieren in einer Fruchtfolge die Kulturen mit einem hohen Leistungspotenzial an Gesamttrockenmasse, allen voran der Mais. Im Gegenzug ist der Anbau von Raps nach GPS und in einer Fruchtfolge mit Mais vorteilhaft, weil sich deutliche Entschärfungen bei der Unkrautbekämpfung (z.B. Kreuzblütler) aber auch der Krankheitsproblematik ergeben. Ein zusätzlicher Zwischenfruchtanbau in solchen Fruchtfolgen (z.B. vor Mais) konserviert die Vorteile des Rapsanbaus für den Mais, sollte aber dann ohne Kreuzblütlerarten erfolgen. Wird raps nach GPS-Getreide bestellt, ergeben sich ganz erhebliche Entlastungen beider Bodenbearbeitung zur Rapsbestellung und es kann nach aller Erfahrung ein optimal früher Rapsaussaatzeitpunkt eingehalten werden. Weder die Rapsaussaat noch die Rapsernte kollidiert mit Arbeitsspitzen in Biogasanlagenbetrieben, sodaß die Fruchtfolge Raps-GPS-Mais-GPS mit einer vor Mais eingeschalteten Leguminosenzwischenfrucht als optimale Lösung für solche Betrieb anzusehen ist, welche auch die Partizipation an etwaigen positiven Entwicklungen der Marktfruchtpreise zulässt.