Dreschen, was geht!

Bestimmung des richtigen Erntezeitpunktes bei Winterraps.

Rapsernte
 Rapsernte
So sieht ein idealer Rapsbestand zur Ernte aus:

  • Standfest ohne Lager (max. 30° Neigung)
  • Homogen reif, ohne Zwiewuchs, ohne Besatz (< 1 %)
  • Gesunder Bestand für bessere Kornfüllung und Ölbildung
  • Handdruschmuster mit 7 bis 9 % Feuchte, da 1 bis 3 % mehr Feuchte beim Maschinendrusch hinzukommen.

 Die druschreife Einzelpflanze:

  • Schoten grau-braun abgereift, trocken
  • Schoten platzen beim Biegen oder bei Druck
  • Körner rascheln in der Schote
  • Körner schwarz, z.T. grau-schwarz und knacken beim „Biss“ im Mund
  • Seitentriebe weitgehend trocken und grau-braun
  • Stängel am Ansatz der Seitentriebe hellgrün bis braun

Zur Beurteilung der Erntefeuchte werden die Körner aus dem Handdrusch in eine Schale gelegt, nach Farbe sortiert und der Reifezustand (Feuchte) beurteilt

  • Reifezustände bei Winterraps
     Reifezustände bei Winterraps
    Körner kastanienrot = Feuchte > 20% EC 83 (Teigreife)
  • schwarz, glänzend   = Feuchte > 9% EC 87
  • grauschwarz (anthrazit), nicht glänzend = Feuchte < 9% EC 89 (Totreife)
  • Der Anteil kastanienroter Samen sollte < 1% betragen und der Anteil schwarz-glänzender Samen unter 20% liegen.

Erfahrende Praktiker können mit der Handdruschmethode den Reifezustand des Rapsbestandes beurteilen:

  1. Aus dem Bestand zwei bis drei repräsentative Pflanzen entnehmen und den Reifezustand der einzelnen Schoten und Triebe bestimmen (s. Abb.).
  2. Unterste Seitentriebe und Schoten kontrollieren. Hier sind unter Umständen gelbliche, „scheinreife“ Schoten zu finden, die sich bei bereits dunklen Körnern elastisch biegen lassen (Gummischoten). Diese Körner lassen sich mit den Fingernägeln leicht zerdrücken (Teigreife) und werden möglicherweise nur teilweise und dann mit höheren Druschfeuchten ausgedroschen. 
  3. Über Auszählungen der oben genannten „Gummischoten“ lässt sich das Druschergebnis hochrechnen. Beispiel: 15 „Gummischoten“ auf eine Gesamtschotenzahl von 150 pro Pflanze bedeutet, dass 10 % der Schoten nur teilweise, etwa zu 50 bis 80 %, ausgedroschen werden (Handdrusch durchführen). Es sind also Ernteverluste von 2 bis 5 % möglich. Hinzu kommen die Ernteverluste, die auch bei einem idealen Bestand technisch nicht zu vermeiden sind.
  4. Zuletzt entscheiden der Betriebsleiter, das Wetter, der verfügbare Mähdrescher und ein Probedrusch über den endgültigen Erntetermin.
Wichtig:
Der tatsächliche Ernteverlust ist mit dieser Methode nicht schätzbar, weil weitere Einflüsse wie Witterung, Tageszeit, Technik, Schneidwerksbreite, Schnitthöhe und Mähdrescherfahrer sehr individuell das Endergebnis im Winterraps beeinflussen.

Je nach Reifezustand können zusätzliche Schneidwerksverluste (direkte Druschverluste) von 3 bis 5 % entstehen. Gute Rapsbestände können mit ca. 2 bis 3 % Gesamtverlust (Schneidwerks- und Druschverlust) geerntet werden.

 Weitere Informationen auf unserer Internetseite:

Ernteverluste vermeiden

Mit der besten Leistung dreschen!