Schnecken wirksam bekämpfen
Abgefressene Keimblätter, unregelmäßig durchlöcherte Laubblätter und angefressene Blattränder, wobei größere Blattadern unversehrt bleiben, sowie glänzende Schleimspuren auf Pflanzen und Boden sind Hinweise auf Schnecken.
Der größte Schaden, den die gefräßigen Tiere anrichten, ist ein deutlich verminderter Pflanzenbestand. Sie fressen die im Boden liegenden Körner oder zerstören den Sprosskeim. Bei starkem Fraß müssen sogar ganze Flächen neu bestellt werden. In der Regel treten die verschiedenen Arten zweimal im Jahr (April/Mai und August bis Oktober) in stärkerem Maße auf und richten gerade im Herbst in den jungen Winterrapsbeständen starke Schäden an.
Feststellung des Schneckenbesatzes
Um eine ungefähre Einschätzung des Schneckenbesatzes auf dem Rapsschlag zu bekommen, kann eine Testfolie oder alternativ ein feuchter Jutesack mit einer Folienabdeckung ausgelegt werden. Dabei sollte die Bodenoberfläche sehr feucht sein. Bei trockenen Bedingungen bleiben die Schnecken in ihren Rückzugsverstecken.
Durch Auslegen von Schneckenkorn und einem weiteren Köder z.B. Hühnermehl, Kohlrabistücke oder Apfelscheiben werden die Schnecken angelockt und am nächsten Morgen kann anhand der toten Schnecken und Schleimspuren der Besatz kontrolliert werden. Diese Methode kann nur eine ungefähre Abschätzung des Potenzials geben, da junge Schnecken sich nur um einige cm fortbewegen können und evtl. die Falle nicht erreichen. Ebenfalls kann durch Trockenheit kein bzw. nur ein unbefriedigendes Ergebnis erzielt werden. Auf großen Schlägen sollte in jedem Fall mehrere Folien/Säcke zur Schneckenkontrolle ausgelegt werden.
Bekämpfung
Zu den wichtigsten ackerbaulichen Bekämpfungsmaßnahmen gehört die Schaffung eines feinkrümeligen und gut abgesetzten Saatbettes, denn Schnecken treten insbesondere an feuchten und klutigen Stellen auf. Auch bei reduzierter Bodenbearbeitung und Direktsaat im Winterraps ist mit verstärktem Befall zu rechnen.
Auf dem Markt sind Schneckenbekämpfungsmittel mit 2 Wirkstoffen erhältlich: Metaldehyd (z.B. Delicia Schnecken-Linsen) und Methiocarb (z.B. Mesurol). Die Wirkungsweise der einzelnen Mittel ist unterschiedlich. Die Auswahl sollte vom Witterungsverlauf abhängig gemacht werden. Wichtig ist eine gute Regenstabilität, nassgepreßte Präparate (Mesurol und Metarex) sind deutlich stabiler als andere. Sie müssen aber zunächst Feuchtigkeit aufnehmen, damit die Schnecken den Wirkstoff aufnehmen können. Auch in den Korngrößen unterscheiden sich die Präparate. Hier sollte darauf geachtet werden für eine schnelle Wirkung eine möglichst hohe Kornzahl bezogen auf die Fläche auszubringen. Anzustreben sind 40-50 Körner/m², diese Menge ist notwendig, denn in starken Befallsjahren können sogar bis zu 60-80 Schnecken/qm im Winterraps auftreten. Bei starkem Befall kann eine zweite Maßnahme erforderlich sein.
Zu beachten sind die unterschiedlich zugelassenen Aufwandmengen/ha (3-5kg/ha). Nützlingsschonender sind die Metaldehyd-haltigen Schneckenkörner.
- Am wirksamsten ist eine Vorsaatbekämpfung bei starkem Befall der Vorfrucht oder eine Ausbringung von Schneckenkorn zur Saat oder gleich nach der Aussaat.
- Möglich ist auch eine Bekämpfung bei tatsächlich auftretenden Fraßschäden. Doch kann eine Bekämpfung bei einem starken und großflächigen Befall zu diesem Zeitpunkt schon zu spät sein. Bei Rand- oder Teilflächenbefall bietet sich das Ausbringen von Schneckenkorn mit der Hand oder mit einem Düngerstreuer an.
- Ergänzend kann auch staubförmiger Branntkalk (6-10 dt/ha) eingesetzt werden. Jedoch müssen die Schnecken bei der Applikation aktiv sein, damit sie vom Kalk geschädigt werden. Die Applikation von AHL kann ebenfalls sehr erfolgreich sein. Auch hier müssen die Schnecken direkt getroffen werden. Ebenso bei hohen Kalimengen oder Kalkstickstoff wurden Bekämpfungserfolge beobachtet. Hinweis: Die Schnecken meiden diese behandelten Zonen und fressen dann in den Hohlräumen des Bodens weiter. Sie weichen auf andere Bodenschichten aus.
Bei der Auswahl der richtigen Bekämpfungsstrategie empfiehlt es sich jedoch immer, eigene Erfahrungen und Mitteilungen der örtlichen Pflanzenschutzämter zu beachten.


