Stoppelbearbeitung nach Raps mit vielfältigen Zielen

Eine gute Stoppelbearbeitung beginnt bereits mit einem sauberen, verlustarmen Mähdrusch bei korrekt eingestelltem Drescher.

Raps – Stoppelbearbeitung beginnt bereits mit einem sauberen, verlustarmen Mähdrusch
Wird ein gut ausgereifter Bestand mit einem gut einstellten Drescher geerntet, so bewegen sich Schneidwerks- und Siebkastenverluste in einem Verlustbereich von deutlich unter 1% (Quelle: Klaus Semmler, AgrarTraining, mündl. Mitteilung). Rechnet man noch Ausfall im Bereich des Seitenmessers hinzu, so sind dennoch reine Mähdruschverluste von weniger als 50 kg/ha möglich. Hauptgrund für höhere Verluste ist meist ein zu früher Druschtermin! Grundsätzlich sollte so hoch wie möglich gemäht werden, um bei möglichst wenig Stängelfeuchte einen hohen Durchsatz zu erreichen. Resultat sind allerdings lange Stoppeln, die dann bei der nachfolgenden Bearbeitung stören können.

Rapsernte
 Rapsernte
Faktoren wie krankhafte Abreife (Verticillium, Phoma, Sclerotinia, Kohlhernie), Lager, Hagel, Wild usw. sind zusätzliche Verlustquellen; die Gesamtverluste können sich so vor und während der Rapsernte auf 50 bis 150 kg, bei Problemfällen auch bis 500 kg/ha belaufen. Das entspricht aber immer noch der 20- bis 100- fachen Saatstärke (!) und verdeutlicht die Bedeutung einer konsequenten Ausfallraps-Bekämpfungsstrategie.

Gut bewährt hat sich hierfür das Nachmulchen der Rapsstoppeln kurz nach der Ernte. Ergebnis sind eine bessere Strohverteilung, erleichterte Einarbeitung der Stoppelreste sowie eine schnelle, intensive Umsetzung der Stängel. Die geschlossene Mulchschicht erzeugt ein günstiges Mikroklima und fördert so Keimung von Ausfallraps und Unkrautsamen.
Auch Strohstriegel können gut für die erste Bearbeitung nach der Ernte genutzt werden. Sie erreichen eine hohe Flächenleistung und arbeiten sehr flach, so werden keine Ausfallraps- und Unkrautsamen vergraben, gleichzeitig erfolgt eine Keimstimulierung durch Bewegungs- und Lichtreiz.
Raps-Ernterückstände müssen aus phytosanitärer Sicht (siehe Tabelle) mit Umsicht beachtet werden, weisen aber auch zahlreiche positive Eigenschaften auf:

  • Ernterückstände sind organische Substanz
  • Wichtig für Humusbilanz
  • Nahrung für Bodenleben (Regenwürmer usw.)
  • Enthalten kostbare Nährstoffe
     

Phytosanitäre Problembereiche nach Raps:

Phytosanitäre Problembereiche nach Raps
 Phytosanitäre Problembereiche nach Raps

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausfallraps im Griff behalten:
Je nach Feuchtigkeit sind unterschiedliche Bearbeitungstermine und Strategien gefragt.

 


 

 

 

 

 

 

 

Kohlhernie vorbeugen: Ausfallraps zeitig beseitigen
Ausfallraps stellt eine sehr gefährliche Quelle für das Auftreten und die Verbreitung der Kohlhernie dar. Bereits vor der Ernte können durch ausgefallene Samen die ersten jungen Rapspflanzen aufgelaufen sein. Dies ist häufig schon im Juli der Fall. Feuchter Boden, z.B. durch Gewitterniederschläge sorgt zusammen mit hohen Bodentemperaturen für ein hohes Infektionsrisiko auf Befallsflächen. Wird der Ausfallraps unter diesen Bedingungen nicht rechtzeitig bekämpft (spätestens im 2- bis 3-Blatt-Stadium), so kann hier eine intensive Krankheitsvermehrung stattfinden. Gleichzeitig beugt der rechtzeitige Umbruch einer möglichen Nematodenvermehrung vor – wichtig für Rübenanbauer.


Auch nach dem Raps auf Schnecken achten
Kontrollieren Sie bitte Ihre Flächen nach der Rapsernte auf den Schneckendruck. Normalerweise sind alte Rapsschläge einigermaßen gleichmäßig mit Ausfallraps-Pflanzen bedeckt. Sind stellenweise oder auch großflächig kahle Stellen sichtbar, so liegt der Verdacht auf Schnecken nah, die diese Bereiche bereits kahlgefressen haben. Auch Löcher in den Blättern kombiniert mit Schleimspuren sind ein untrügliches Indiz. Die Schnecken selbst sind oftmals sehr klein und tagsüber schwierig zu finden. Manchmal kann man aber unter Kluten oder an alten Stoppeln sogar Schneckeneier finden, aus denen dann die nächste Generation schlüpfen wird (siehe Bild).

Schneckeneier und kleine Jungschnecken können durch eine mechanische Bodenbearbeitung deutlich dezimiert werden. Größere Schnecken sind nur bei ausreichender Feuchte an oder nahe der Bodenoberfläche aktiv. Bei Trockenheit können sie sich tief in den Boden verkriechen und werden schlechter erfasst. Aber jeder mechanische Bodenbearbeitungsgang reduziert das Schneckenpotenzial und hilft, den Feldaufgang der Folgekultur zu sichern.

30.07.2013 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH