Makronährstoffdüngung im Winterraps

Informationen zur Düngung mit Stickstoff, Kalium und Phospor im Rapsanbau.

N-Verteilung

Düngung im Rapsanbau
Neben der N-Menge ist die N-Verteilung eine wesentliche Frage, die jedes Frühjahr neu gestellt wird. Dabei ist die Verteilung tatsächlich schlagbezogen und darüber hinaus abhängig vom Zustand der Pflanzen nach Winter sowie vom Sortentyp. Mit der ersten Gabe wird die Regeneration der Wurzel und des Blattapparates im Winterraps unterstüzt. Besonders nach hartem Winter mit Blattabwurf kommt der schnellen Regeneration besondere Bedeutung zu. Eine betonte erste Gabe ist in einem solchem Fall immer richtig. Anders nach einem milden Winter. Ein Bestand, der kaum Blattverlust hat, verfügt im Frühjahr noch über alle im Herbst eingelagerten N-Mengen. Im Einzelfall können dies bis zu 130 kg N sein. Dieser Bestand könnte jetzt unter Kurztagbedingungen sofort loswachsen und mit seinem Luxuskonsum beginnen. Dabei wird der Stickstoff weniger in Speicherprotein eingelagert als vielmehr in einer riesigen wuchtigen Pflanze. Das Verhältnis von N-Speicherprotein und Pflanzenmasse gerät in ein Ungleichgewicht. Diese Bestände können sehr lang werden und haben Schwierigkeiten mit der Anlage der Korn- und Schotenzahlen da bei der Reife die riesigen Blätter mit ihren eigenen Blattachselknospen konkurrieren. Teilweise werden aufgrund der riesigen Pflanzenmasse auch die Seitentriebe, die durch Lichtreiz zur Austreibung gelangen sollen, im Halbschatten stecken bleiben. Um in der so wichtigen Umlagerungsphase keinen N-Mangel auftreten zu lassen, hat sich eine 3. N-Gabe in flüssiger Form mit der letzten Pflanzenschutzmaßnahme bewährt. Besonders auf schwächeren Standorten ist diese Maßnahme sehr wichtig. Dagegen kommen Standorte mit sehr kurzer Vegetation oder Standorte, die zu Frühjahrestrockenheit neigen, häufig mit nur ein oder zwei N-Gaben aus. Dabei sollte eine deutliche Betonung auf die erste Gabe gelegt werden. Auch sehr kühle Standorte (schwere, kalte Nordhänge) sind so zu führen.

Kalium-Versorgung
Der Kaliumbedarf des Rapses ist im Vergleich zu den anderen Nährstoffen sehr hoch. Da die Kaliumaufnahme dem Wachstum weit vorauseilt, muss Kalium schon sehr früh gedüngt werden.
In der Pflanze wird Kalium für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt und befindet sich vor allem in den vegetativen Pflanzenteilen und den Wurzeln. Das bedeutet, dass nur wenig Kalium mit der Ernte vom Acker gefahren wird (ca. 50 kg/ha). Der weitaus größte Teil verbleibt mit dem Rapsstroh und den Wurzelrückständen auf dem Feld. Da Kalium nach Winterraps kaum ausgewaschen wird, kann eine Kali-Düngung zu Raps als Fruchtfolgedüngung durchgeführt werden. Kalium sollte im Herbst und auf leichten Standorten im Herbst und Frühjahr gedüngt werden.
Kalium steuert die Photosynthese (CO2-Assimilation) und verbessert die Bildung von Kohlenhydraten wie Zucker und Stärke. Kali wird benötigt für den Transport von Kohlenhydraten aus den Blättern und die Einlagerung in die Speicherorgane. Dabei wird die Wasserausnutzung optimiert und Trockenstress gemindert. K2O ist im Stoffwechsel der Pflanze an der Aktivierung von vielen Enzymen beteiligt. Es fördert die Qualität im Erntegut durch höhere Eiweiß- und Vitamingehalte und ist dafür bekannt, dass sich die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten, Schädlinge und Frost erhöht.

Phosphor- und Magnesium-Versorgung
Phosphor erfüllt verschiedene Aufgaben in der Pflanze:

  • als Zellbaustein zur Aufrechterhaltung der Zellstruktur (z. B. Zellmembranen)

  • als Baustein der DNS und RNS (Träger der Erbinformationen)

  • als Bestandteil lebenswichtiger Fermente zur Steuerung von Zellfunktionen als Energieträger ist es an allen Stoffwechselvorgängen wie Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel beteiligt.

Aufgrund der elementaren Funktionen in der Pflanze trägt Phosphor dazu bei, die Krankheits- und Frostresistenz zu erhöhen. Durch die bereits erwähnte Förderung des Wurzelwachstums wird allgemein die Wasser- und Nährstoffversorgung verbessert. Eine direkte Ertragswirkung besteht, indem Blüten- und Samenbildung, Fruchtansatz und Kornzahl pro Schote erhöht werden. Daneben verbessert Phosphor die Qualität des Erntegutes (Tausendkorngewicht). Phosphor wird von der Rapspflanze im Herbst nur mäßig aufgenommen. Dagegen steigt der Bedarf mit Vegetationsbeginn und verläuft gleichmäßig bis zur Kornfüllungsphase. Bei einer mittleren Versorgungsstufe (c) werden 120 bis 150 kg/ha Phosphor vom Winterraps benötigt.

Magnesium ist zentraler Baustein des Chlorophylls (Blattgrün). Ca. 15 bis 30% des gesamten Magnesiums in der Pflanze sind im Chlorophyll enthalten. Magnesium steuert den Energiehaushalt der Pflanzen. Als ein Bestandteil des Zellkernes beeinflusst es die RNA-Synthese, die Zellteilung und die Biomassebildung und steuert so Teilprozesse der Photosynthese.
Eine wichtige Funktion besteht in der Regulierung des Citronensäurezyklus bei der Zellatmung und damit beim Aufbau wichtiger Pflanzeninhaltsstoffe, wie z.B. Proteine, Fette und Kohlenhydrate.