Mikronährstoffdüngung im Winterraps
Empfehlungen zur Düngung mit Schwefel, Bor, Molybdän und Mangan im Rapsanbau.
Schwefel-Versorgung
Ein Schwefelmangel kann besonders auf allen leichten, grundwasserfernen Böden, sowie nach überdurchschnittlich hohen Niederschlägen auf strukturschwachen Böden auftreten. Eine unzureichende und flache Bewurzelung der Pflanze kann ebenfalls zu S-Mangel im Winterraps führen.
In den meisten Regionen ist der Schwefeleintrag aus der Atmosphäre geringer als der Bedarf der Pflanzen. Gerade Raps ist ein klassisches Beispiel für eine Pflanze, die sehr unter dem S-Mangel leiden kann. Mit Einführung neuer Standards bei der Abgasreinigung verschwand auch der Schwefeleintrag aus der Atmosphäre. Das entstehende Defizit muss vor allem bei Pflanzen mit hohem Proteinanteil und zeitlich früher Proteinbildung ausgeglichen werden. Schwefel wird bei Winterraps für die Einlagerung von Speicherprotein genutzt. Weil der S-Bedarf des Rapses der Bodenmineralisation vorauseilt, kommt der bodenbürtige Schwefel für die Ausbildung der Ertragsanlagen häufig zu spät. Deshalb ist die S-Düngung immer in die Nähe der N- Düngung zu legen.
Schwefel beeinflusst die Chlorophyllbildung und steuert die Bildung von Proteinen in Verbindung mit der N-Fraktion. Gleichzeitig werden durch Schwefel wichtige Enzyme im Energie- und Fettsäurestoffwechsel aktiviert. Er ist bei der Regulierung des Stickstoffhaushaltes unentbehrlich und verbessert die N-Effizienz wesentlich. Schwefelmangel begünstigt die Ausprägung von Cylindrosporiose im Winterraps stark. Es ist eher sinnvoll einen leichten Schwefelüberhang zu düngen, als zu hohe N-Mengen zu geben. Zur Kontrolle ist eine Analyse der jüngeren Blätter in der Schossphase EC 35 zu empfehlen (akuter Mangel bei < 5 mg/kg).
Bor-Versorgung
Der Borbedarf von Winterraps ist 10x höher als von Getreide. Bormangel tritt häufig bei Trockenheit auf und Bor kann leicht ausgewaschen werden. Im Frühjahr deutet “Verbüscheln“ und “Hockenbleiben“, sowie nach der Blüte eine Verbräunung der Triebspitzen auf Bormangel hin.
Die Verfügbarkeit aus Bodenvorräten ist pH-Wert abhängig. Im Herbst erkennt man Bormangel an der Hohlherzigkeit der Wurzel und löffelartigem Blattwuchs, im Frühjahr am verbüscheln und Hockenbleiben und nach der Blüte an der Verbräunung der Triebspitzen.
Bor beeinflusst vor allem den Aufbau von zellwandstabilisierenden Kohlenhydraten und die Zellwanddurchlässigkeit. Bor aktiviert u.a. auch die Auxinbildung und die RNA-Bildung. Durch seine Katalysatorfunktion reguliert Bor die gesamte Eiweißsynthese. Bor besitzt dafür die wichtige Katalysatorfunktion. Zur Blüte ist Bor verantwortlich für die Energieversorgung während des Befruchtungsvorgangesvorganges. Besonders die Keimfähigkeit des Pollens wird durch Bor positiv beeinflusst. Bor verbessert außerdem die Winterhärte, vermindert Frostverletzungen und sichert so die Krankheitsresistenz des Winterrapses besonders gegen Phoma ab. Zwei Gaben, eine im Herbst und eine zur Blüte mit jeweils 200 g B/ha werden empfohlen.
Die Boraufnahme wird behindert durch:
- Festlegung nach hoher Kalkdüngung
- Adsorption an Tonmineralen und Eisenoxiden bei hohen pH-Werten (>pH 7,5)
- geringe Mobilität des Bors bei Trockenheit
- Auswaschung:
- durch hohe Niederschlagsmengen im Winter
- besonders auf leichten Böden
- bei niedrigem pH-Wert
Nur bei optimalen pH- Werten und guter Bodenfeuchte ist eine ausreichende Pflanzenverfügbarkeit gegeben.
Molybdän- und Mangan-Versorgung
Molybdän ist ein Bestandteil von Enzymen. Bei einer Stickstoffdüngung in Salpeterform besteht ein höherer Molybdänbedarf der Pflanze. Molybdän ist im weiteren am Phosphatstoffwechsel beteiligt. Bei Mo-Mangel werden Wuchs und Photosynthese gehemmt, und es kann eine Nitratanreicherung in der Pflanze beobachtet werden. Mangel ist im Winterraps vorwiegend auf Böden mit niedrigem pH-Wert und auf Hochmoorstandorten anzutreffen.
Symptome:
-
Chlorose und löffelartige Verkrümmung junger Blätter. Bei Kohl wird Molybdänmangel als Klemmherzigkeit bezeichnet.
-
Düngungsempfehlung nur nach vorheriger Blattanalyse.
Mangan ist an zahlreichen Enzymreaktionen aktiv beteiligt (Katalysator) und beeinflusst damit z.B. den Atmungszyklus der Pflanzen, die Bildung von Chloroplasten, die Chlorophyllsynthese und damit die gesamte Photosynthese. Durch Steuerung des Kohlenhydratstoffwechsels wirkt es auch auf den Energiehaushalt. Mangan fördert die Bildung von Seitenwurzeln und ist somit auf frühjahrestrockenen Standorten besonders wichtig.
Das Auftreten von Manganmangel wird
- vom Bodengehalt an Mn2+ und
- entscheidend vom pH-Wert beeinflusst.
- sind weiterhin von Bedeutung die Bodenstruktur (Durchlüftung) der Gehalt an organischer Substanz und der Wasserhaushalt des Bodens
Am geringsten ist die Mangan-Verfügbarkeit bei pH-Werten zwischen 6,5 - 7,5 und bei Trockenheit.


