Nach dem Raps ist vor dem Raps

Kontrollieren Sie jetzt Ihre alten Rapsschläge auf Krankheiten und Schädlinge.

Die Beobachtung von Altraps-Schlägen liefert wichtige Erkenntnisse für die Ackerhygiene und die Gestaltung der weiteren Bodenbearbeitung. Sie sollten sich die Mühe machen und an verschiedenen Stellen alte Stoppeln und auch aufgelaufene Ausfallrapspflanzen genauer betrachten, insbesondere in Senken und an nassen Stellen. Zur Vorbeuge gegen die Ausbreitung von Kohlhernie und zur Einhaltung einer guten Ackerhygiene sollte Ausfallraps unter sommerlichen Bedingungen zeitig, spätestens im 3-Blatt-Stadium, beseitigt werden. Kalkulieren Sie unbedingt die Zeit hinzu, die der Ausfallraps ansonsten bis zur nächsten Bearbeitung – in der Regel der Saatbettbereitung für das nachfolgende Wintergetreide – stehen bleiben würde.

 
Altraps – Stoppeln als Ausgangspunkt für neue Phoma-Infektionen
Wiederholte Nässephasen sorgen dafür, dass sich auf alten, befallenen Rapsstoppeln die ersten Phoma-Fruchtkörper (die so genannten Pseudothecien) bilden, von denen die Primärinfektion der meist in der Nähe liegenden Neuansaaten ausgeht. Wer genau hinschaut, kann diese Pseudothecien an den alten Rapsstoppeln als kleine schwarze Kügelchen mit bloßem Auge bereits erkennen (s. Abb.).
Meist ist der stärkste Befall am Wurzelhals zu beobachten. Sind bereits im September auf Ausfallraps-Pflanzen erste Phoma-Blattflecken zu finden, so ist dies ein absolutes Warnsignal. Feuchte Phasen im frühen Jugendstadium begünstigen den Sporenflug und die Infektions- wahrscheinlichkeit. Eine gute Stoppelbearbeitung kann das Infektionspotenzial hingegen vermindern.
Für die Neuansaaten gilt: Der Blattbefall des Zeitraums September bis November steht im engen Zusammenhang mit dem ertragsrelevanten Wurzelhalsbefall. Eine gezielte Fungizidmaßnahme bereits im Herbst kann daher die Befallshäufigkeit, die Befallsstärke und auch den Wurzelhalsbefall deutlich reduzieren und somit vor allem die Ertragssicherheit erhöhen. Eine wertvolle Hilfestellung hierzu bietet das Pro Plant Phoma-Prognosemodul.

Auch nach dem Raps auf Schnecken achten
Kontrollieren Sie bitte Ihre Altraps-Schläge auf den Schneckendruck. Normalerweise sind alte Rapsschläge einigermaßen gleichmäßig mit Ausfallraps-Pflanzen bedeckt. Sind stellenweise oder auch großflächig kahle Stellen sichtbar, so liegt der Verdacht auf Schnecken nah, die diese Bereiche bereits kahlgefressen haben. Auch Löcher in den Blättern kombiniert mit Schleimspuren sind ein untrügliches Indiz.

 

Die Schnecken selbst sind oftmals sehr klein und tagsüber schwierig zu finden. Manchmal kann man aber unter Kluten oder an alten Stoppeln sogar Schneckeneier finden, aus denen dann die nächste Generation schlüpfen wird.

Kleine Jungschnecken sind noch sehr empfindlich und können daher sehr gut im Rahmen der mechanischen Bodenbearbeitung unterdrückt werden. Sie kommen aber kaum an die Bodenoberfläche, sondern können die neue Getreideaussaat bereits im Boden schädigen, indem sie die Saatkörner quasi „auslutschen“. Vor und während der Saat liegt der Bekämpfungsschwerpunkt auf der Bodenbearbeitung. Nach der Saat ist bei Bedarf möglichst umgehend Schneckenkorn einzusetzen, wobei die Köderdichte nicht zu gering gewählt werden darf. Kontrollieren Sie daher Ihre Flächen sorgfältig, um vor und nach der Aussaat keine bösen Überraschungen zu erleben.

RAPOOL-RING GmbH, Juli/August 2014