Ackerhygiene und Bodenbearbeitung nach Raps

Die Beobachtung von Altraps-Schlägen liefert wichtige Erkenntnisse für die Ackerhygiene und die Gestaltung der weiteren Bodenbearbeitung.

Sie sollten sich die Mühe machen und an verschiedenen Stellen alte Stoppeln und auch aufgelaufene Ausfallrapspflanzen genauer betrachten, insbesondere in Senken und an nassen Stellen.

Erdfloh und Kohlfliege reduzieren

Abb. Kohlschotenrüssler und Rapserdfloh gemeinsam auf einer Rapsstoppel
 Abb. Kohlschotenrüssler und Rapserdfloh gemeinsam auf einer Rapsstoppel
Neu ist in diesem Jahr die Bedeutung der Bodenbearbeitung nach Raps unter dem Gesichtspunkt Schädlingsbekämpfung. Denn sowohl die Populationsentwicklung der Kohlfliege als auch in begrenztem Umfang die Rapserdflohpopulation können über eine gezielte Bodenbearbeitung dezimiert werden. Beim Rapserdfloh gibt es uneinheitliche Beobachtungen aus der Praxis. Meist waren bei der Ernte nur wenige Erdflöhe zu finden. Regional und insbesondere einzelschlagspezifisch waren teilweise allerdings sehr viele Erdflöhe zu finden. Hier sollten Sie unbedingt aufmerksam bleiben. Weitere Informationen zur Biologie und Bekämpfung der Kohlfliege und des Rapserdflohs bekommen Sie durch Anklicken des jeweiligen Schädlings.

Eine Besonderheit war nach der Rapsernte im Norden zu beobachten, denn es konnten regional ungewöhnlich viele Kohlschotenrüssler beobachtet werden. Es handelt sich hierbei um die geschlüpften Jungkäfer. Sie werden in den nächsten Wochen noch einen Reifungsfraß durchführen und dann in ihre Winterlager abwandern. Auch die Kohlschotenrüssler werden, falls vorhanden, durch die Stoppelbearbeitung dezimiert.

 

Auch nach dem Raps auf Schnecken achten
Kontrollieren Sie bitte Ihre Altraps-Schläge auf den Schneckendruck. Schneckeneier und kleine Jungschnecken sind noch sehr empfindlich und können daher sehr gut im Rahmen der mechanischen Bodenbearbeitung unterdrückt werden. Hier gibt es weitere Hinweise zur Schneckenbekämpfung.


Altraps-Stoppeln als Ausgangspunkt für neue Phoma-Infektionen
Wiederholte Nässephasen sorgen dafür, dass sich auf alten, befallenen Rapsstoppeln die ersten Phoma-Fruchtkörper (die so genannten Pseudothecien) bilden, von denen die Primärinfektion der meist in der Nähe liegenden Neuansaaten ausgeht. Eine gute Stoppelbearbeitung kann das Infektionspotenzial für Phoma hingegen vermindern.


Ausfallraps zeitig beseitigen
Zur Vorbeuge gegen die Ausbreitung von Kohlhernie und zur Einhaltung einer guten Ackerhygiene sollte Ausfallraps unter sommerlichen Bedingungen zeitig, spätestens im 3-Blatt-Stadium, beseitigt werden. Kalkulieren Sie unbedingt die Zeit hinzu, die der Ausfallraps ansonsten bis zur nächsten Bearbeitung – in der Regel der Saatbettbereitung für das nachfolgende Wintergetreide – stehen bleiben würde.