Checkliste Raps – Spätsaaten

Die günstige Septemberwitterung kann noch für die Rapsaussaat genutzt werden.

Der optimale Saattermin ist weg. Doch wer die günstige Septemberwitterung noch für die Rapsaussaat nutzen will, sollte einige Punkte beachten:

  1. Ertragserwartung anpassen
    Spätsaaten können noch gute bis sehr gute Erträge bringen. In milden, maritimen Lagen können Sie bis zum 10. September, im Rheinland auch bis zum 15.09. Raps säen. Aber die Ertragssicherheit nimmt ab, die Abhängigkeit von wüchsigem Wetter hingegen zu. Bleiben Sie realistisch in Ihrer Ertragserwartung.
     
  2. Abb. Optimale Saatbettvorbereitungen für Spätsaaten
     Abb. Optimale Saatbettvorbereitungen für Spätsaaten
    Saatbett geht vor Saatzeit

    Spätsaaten benötigen optimale Wachstumsvoraussetzungen, um noch eine gute Vorwinterentwicklung zu erreichen. Die Rapswurzel benötigt ein gut durchlüftetes, tief gelockertes Saatbett, um noch einen maximalen Wurzeltiefgang vor Winter zu erreichen. Dies kann am sichersten mit dem Pflug oder einer tiefen Mulchsaat erreicht werden. Es muss aber klappen. Bei allem Zeitrückstand sind hier keine arbeitswirtschaftlichen Kompromisse in der Bearbeitungsqualität erlaubt.
     
  3. Sicheres Wachstum
    Zur Wachstumsförderung ist eine frühe N-Versorgung von 30 – 40 kg zeitnah zur Saat empfehlenswert. Insbesondere auf leichten Böden sollten Sie das Wachstum mit Bittersalz unterstützen und mit Bor absichern. Schädlingskontrollen auf Schnecken und Erdflöhe (Gelbschale) sollten selbstverständlich sein.
     
  4. Frohwüchsige, stresstolerante Sorten wählen.
    Im Rapool – Sortiment ist hier mit mehrjährig guten Erfahrungen insbesondere SHERPA als Robustsorte zu empfehlen. Alternativ der „Klassiker“ VISBY. Auch MARATHON und COMFORT zeigten sich in ihrem ersten Praxisjahr vital bei späten Saatterminen. Eine Spätsaat von AVATAR sollte auf bekannte, ausgesprochene Gunstlagen begrenzt sein.
     
  5. Saatstärke erhöhen
    Je nach Saatbett und Standort liegt die empfohlene Saatstärke für Spätsaaten bei 50-60 keimfähigen Körnern/². Der volle fungizide Beizschutz inklusive DMM zur Wuchsförderung ist selbstverständlich.


03.09.2014  von Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH