Herbst 2014 - aktuelle Maßnahmen

Rapsbestände präsentieren sich in der ganzen Bandbreite von üppig und überwachsen bis hin zu schwach und umbruchreif.

Abb. Junger Rapsbestand
 Abb. Junger Rapsbestand
Die Gründe sind vielfältig: Spätsaat, Nässe, Verschlämmungen, Herbizidschäden und verbreitet ein starker Schädlingsdruck. Im Norden sind es verbreitet die Kohlfliegen, im Süden und Westen sehr häufig Schnecken, und in ganz Deutschland  herrscht ein teilweise sehr starker Erdfloh-Druck.

Beurteilung der Bestände
Verbreitet erschwerte die Nässe im August die Ernte von Raps und Winterweizen mit entsprechender Aussaatverzögerung. Und auch dort, wo die Ernte erfolgreich bis Anfang August abgeschlossen werden konnte, behinderten wiederholte Niederschläge die Aussaat, so dass viele Rapse erst im September bestellt werden konnten. Die letzten Aussaaten – vielfach der 2. Saattermin nach verschlämmter oder von Schnecken dezimierter Erstaussaat – erfolgten dieses Jahr so spät wie nie (bis zum 20.09.).

Welche Maßnahmen stehen an?
Probleme bereiten momentan viele der verschlämmten oder von Schecken dezimierten Flächen. Hier fehlt oftmals die Wüchsigkeit, auch durch anhaltende oder wiederholte Nässe. Diese schwachen Bestände gilt es mit 30 bis 40 kg N sowie Bittersalz und Mikronährstoffen (Bor) zu fördern. Sind bereits jetzt Phoma-Blattflecken sichtbar, ist auch bei kleinen Rapsen eine fungizidbetonte Behandlung (z.B. Folicur, Tilmor, Ampera) mit angepassten, mittleren Aufwandmengen notwendig.

Andere Rapse, die einen guten Start erwischt haben, ziehen bei feucht-warmer Witterung kräftig ab und haben bereits 6 bis 8 Laubblätter ausgebildet. In solchen wüchsigen Rapsen steht, falls noch nicht erfolgt, eine kräftige Wachstumsreglierung an.

Phoma-Blattflecken sind bereits verbreitet zu finden. Bislang höheres Phomarisiko in Schleswig-Holstein, im Westen, in Mitteldeutschland und ganz im Süden (siehe Karte Phomarisiko).

R. Kahl, Oktober 2014