Zwischenstand zum Rapool Monitoring Herbst 2014

Erste Zwischenauswertung der RAPOOL-Umfragen mit Stand vom 31.10.2014.

Kohlhernie-Monitoring
Bis einschließlich 5. November 2014 haben 45 Personen am Kohlherniemonitoring teilgenommen. Die Umfrage hat bislang gezeigt, dass Kohlhernie besonders in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern stark verbreitet auftritt. Aber auch andere Bundesländer sind nicht frei von Kohlhernie.
Das Monitoring wird weiterlaufen, sodass eine Teilnahme jederzeit möglich ist.

Kohlhernie vorbeugen - was kann man tun?

Abb. Ausgedünnter Rapsbestand durch Kohlfliegenbefall
 Abb. Ausgedünnter Rapsbestand durch Kohlfliegenbefall
Vorbeugen:

  • Fruchtfolge nicht überziehen
  • Ackerhygiene beachten, grüne Brücke unterbrechen
  • drainieren

Vor der Rapsaussaat:

  • ggf. Biotest durchführen
  • Aufkalken/Kalkstickstoff
  • Staunässe vermeiden
  • spätere Aussaat (Ende August bis Anfang September)
  • Resistente Sorte anbauen

 

Kohlfliegen-Monitoring

Abb. Überwachsener Bestand
 Abb. Überwachsener Bestand
386 Teilnehmer konnten bis zum 31. Oktober 2014 verzeichnet werden. Von diesen gaben 44 an, dass auf ihren Rapsschlägen kein Kohlfliegenbefall festzustellen ist. In 342 Fällen jedoch konnte ein Befall mit Kohlfliegen bestätigt werden. Im Durchschnitt waren 42 % der Pflanzen im Bestand betroffen. Sehr starken Befall zwischen 80 und 100 % meldeten 46 Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen.

Einschätzung der Kohlfliegen-Situation Anfang November

Viele Rapsbestände präsentieren sich optisch gut, sind aber teilweise stark überwachsen. Starker Kohlfliegenbefall war vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu beobachten, viele Schläge haben sich durch den warmen Oktober zum Teil noch gut zurechtgewachsen, wenn auch häufig dünn. Es gab aber auch Umbrüche.
In vielen Fällen trägt Durchwuchs (ungewollt) zur Bestandesdichte bei.
Die Kohlfliegen-Schäden sind bei genauem Hinsehen nach wie vor sichtbar. Das Schadausmaß wird stark vom Witterungsverlauf bis zur Ernte abhängen. Verunsicherung bleibt, welcher Befallsdruck aus den jetzt verpuppten Maden im kommenden Jahr zu erwarten ist (massive Vermehrung).

 

Rapserdfloh-Monitoring

Am Rapserdfloh-Monitoring haben bis einschließlich 31. Oktober 2014 493 Personen teilgenommen. Die Grafik rechts zeigt, dass besonders in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein Rapserdflöhe ganz verstärkt auftreten.

Larvenkontrolle Rapserdfloh

Wurden die Erdflöhe nicht ausreichend erfasst, so läuft seit Oktober der Larvenschlupf und die Besiedelung der unteren Blattstiele durch die Junglarven. Noch vorhandene Erdflöhe können bei milder Witterung weiter Eier ablegen, in dem Fall kann die Larvenanzahl bis zum Frühjahr ansteigen. Das vergangene Jahr hat leider gezeigt, welche Populationsentwicklung selbst bei spätem Befall in einem milden Winter noch möglich war. Nach Expert besteht Handlungsbedarf im Herbst, wenn 20-30 % der Blattstiele Symptome/Larven aufweisen.

Abb. Rapserdflohmonitoring
 Abb. Rapserdflohmonitoring
Falls Befall vorhanden, dann sind die typischen Symptome an den Blattstielen älterer Blätter zu finden. Große Larven können nicht mehr, kleine Larven mit voller Aufwandmenge zugelassener Pyrethroide teilweise bekämpft werden (siehe dazu Expert-Prognose).
In der Literatur werden 3 bis 5 Larven/Pflanze als wirtschaftliche Schadschwelle genannt. Bei solchen Befallszahlen kommt es aber zu einer starken Vermehrung für das kommende Anbaujahr 2015. Kontrollieren Sie also insbesondere Bestände mit einem leichten Erdfloh-Larvenbefall auch weiterhin, um eine eventuelle Zunahme des Befallsdrucks nicht zu verpassen.


Larvenbekämpfung Rapserdfloh - Zusammenfassung

  • In der Praxis sind, sofern kein akuter Starkbefall vorliegt, späte Behandlungstermine Mitte/Ende Oktober oder noch später zu bevorzugen, da zu diesem Termin alle Erdflöhe zugeflogen sind und vorhandene kleine Larven noch mit erfasst werden
  • Da die Larven über einen langen Zeitraum schlüpfen, ist die Dauerwirkung für den Behandlungserfolg entscheidend. Daher sind kühle Temperaturen (ab Mitte Oktober/Anfang November) für eine späte insektizide Maßnahme sogar günstig.
  • Handlungsbedarf im Herbst besteht, wenn 20-30% der Blattstiele Symptome/Larven aufweisen.
  • Laut Andreas Johnen (Expert) lassen sich gegen kleine Larven selbst mit frühen Frühjahrsspritzungen noch gute Wirkungsgrade erzielen.