Welche Auswirkungen haben Nachtfröste während der Blüte?

Nach Nachtfrösten kann man beobachten, dass sich die Triebe nach unten bzw. zur Seiten gebogen haben. Der Haupttrieb steht häufig im 90 Grad Winkel. Im Laufe des Tages richten sich die Triebe aber wieder auf.

Nach Frösten sind häufig Frostrisse am Stängel zu beobachten. Sie ähneln den bekannten Wachstumsrissen, die bei starkem Streckungswachstum normal sind. Wie die Wachstumsrisse bilden auch die Frostrisse Eintrittspforten für Krankheiten wie z.B. Phoma lingam oder Botrytis. Eine gezielte fungizide Maßnahme wird allerdings nicht durchgeführt, da während der Streckungsphase meist sowieso ein wachstumsregelndes Fungizid eingesetzt wird, gefolgt von einer Vollblütenbehandlung. Bei strengen Nachtfrösten kann es zum regelrechten Aufplatzen der Stängel kommen. Dies hat dann auch Auswirkungen auf Standfestigkeit, Beerntbarkeit und Ertrag.

Abb. Rapsblüte
 Abb. Rapsblüte
Oft bleiben die während der Frosttage befruchteten Blüten steril, das heißt es entwickelt sich keine Schote. Die vor und nach dem Frost befruchteten Blüten sind davon nicht betroffen und bilden normale Schoten. Frostperioden während der Blüte kann man daher daran erkennen, dass am Haupttrieb und auch an den Seitentrieben jeweils eine Zone gleichen Alters ohne Schotenansatz zu finden ist, während darunter und darüber ganz normale Schoten zu finden sind. Der Schaden ist in der Regel unbedeutend, denn eine gesunde Rapspflanze kann im Blühverlauf hunderte Blüten bilden, von denen in der Regel sowieso nur ein Bruchteil zu Schoten entwickelt wird. Denn die Pflanze setzt – vereinfacht gesprochen – nur so viele Schoten an, wie sie auch ernähren kann. Fehlen vorne ein paar Schoten, so werden eben aus späteren Blüten Schoten gebildet. Dies kann z.B. bei schwachem bis mittlerem Rapsglanzkäfer-Fraß so beobachtet werden. Schwierig wird es immer dann, wenn die Rapspflanzen unter starkem Stress stehen und derartige Schädigungen nicht mehr auswachsen können, da ihnen die Kraft oder das Wasser fehlt.