Schädlingskontrollen stehen an

Steigen die Temperaturen über 10 °C, kommen die ersten Käfer aus ihren Winterquartieren.

Abb. Larve Großer Stängelrüssler
 Abb. Larve Großer Stängelrüssler
Die Schädlingssaison im Frühjahr startet traditionell mit dem Zuflug der Stängelrüssler (Rapsstängelrüssler und/oder Kohltriebrüssler). Warme Temperaturen über 10 °C  genügen, um die ersten Käfer aus ihren Winterquartieren zu locken. Daher heißt es, wenn noch nicht erfolgt, Gelbschalen aufstellen! Nur so kann die Einwanderung in die Rapsbestände richtig beurteilt und eine evtl. nötige Insektizidstrategie erarbeitet werden.

 

 

 

Schadschwellen:

Abb. Schädlinge im Raps
 Abb. Schädlinge im Raps
Jede unnötige Behandlung verschärft die Resistenzsituation merklich. Daher ist vor jeder Behandlung die Notwendigkeit einer insektiziden Behandlung genau zu prüfen. Hierfür können neben den Schadschwellen auch die Proplant-Prognose und amtliche Warndiensthinweise zur  Einschätzung der Schädlingsaktivität herangezogen werden.

 

 

 

                         

Bekämpfung*:

Abb. Schadschwellen im Raps (Frühjahr)
 Abb. Schadschwellen im Raps (Frühjahr)
Nach Feststellung der Bekämpfungswürdigkeit (Schwellenwert überschritten) ist je nach Schädlingsauftreten eine unterschiedliche Insektizidstrategie empfehlenswert.

Gefleckter Kohltriebrüssler & Großer Rapsstängelrüssler: Bei beiden Rüsslerarten wurden bisher keine Minderwirkungen festgestellt, daher sind zur Bekämpfung alle dafür zugelassenen Pyrethroide geeignet. Sobald allerdings Rapsglanzkäfer im Schlag festgestellt werden, sollte aufgrund der Resistenzproblematik ein Pyrethroide der Klasse 1 eingesetzt werden (z.Zt. nur Trebon 30 EC zugelassen).

Rapsglanzkäfer: Vor der Blüte mit Plenum 50 WG oder Avaunt bekämpfbar, während der Blüte Biscaya oder Mospilan (evtl. auch Mavrik oder Trebon) nutzen. Vom Einsatz von Pyrethroiden ist abzuraten, dies würde die Resistenzsituation weiter verschärfen.

Kohlschotenrüssler: Nur selten bekämpfungswürdig und zudem sind in Nord- und Ostdeutschland bereits erste Resistenzen bekannt. Daher sind Anwendungen mit Pyrethroide ebenfalls bedenklich. Schwerpunkt sollte daher auf der Mittelnutzung ohne Pyrethroide liegen, daher nach Möglichkeit Biscaya nutzen. Ist ein Wirkstoffwechsel nötig, sollten in Vorblütenstadien möglichst B4 Pyrethroide genutzt werden.

Kohlschotenmücke: Auch hier ist nur selten eine Bekämpfung nötig. Wird die Schadschwelle überschritten, sollte auf „phyrethroidfreie“ Wirkstoffe zurückgegriffen werden, um weitere Resistenzen bei Kohlschotenrüssler und Rapsglanzkäfer zu vermeiden.

 

Grundsätzlich gilt es, unnötige Behandlungen zu vermeiden und somit weiteren Resistenzen vorzubeugen (weniger ist hier mehr!). Zudem ist ein Wechsel der verfügbaren Wirkstoffe ratsam, sowie die Anlage von Spritzfenstern, um bei Behandlungen den Erfolg kontrollieren zu können. Der Bienenschutz muss ebenfalls berücksichtigt werden, insbesondere bei Produktkombinationen können sich Mitteleinstufungen ändern (siehe auch Rapool-Insektizidmodul).

 

4.03.2016, M. Sc. Dania Bornhöft, RAPOOL-RING GmbH/ Norddeutsche Pflanzenzucht KG

 

* Bitte beachten Sie vor Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, dass Änderungen in der Zulassung kurzfristig möglich sind.