Einsatz von BISCAYA ab Blühbeginn nicht mehr zulässig!

Mit sofortiger Wirkung hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Einsatzmöglichkeiten für das Insektizid Biscaya erheblich eingeschränkt.

Anwendungen sind nur noch bis zum Stadium BBCH 59 (Erste Blütenblätter sichtbar, Blüten noch geschlossen) zulässig, siehe Foto. Entscheidend für das Erreichen dieses Entwicklungsstadiums ist hierbei nicht die Einzelpflanze, sondern der Bestand. Das heißt, es dürfen durchaus schon Pflanzen mit ersten offenen Blüten vorhanden sein, so lange sich die Mehrheit der Pflanzen noch im Knospenstadium befindet. Hintergrund ist die Absenkung von Thiacloprid Rückstandsmengen im Honig, die bei einem Einsatz während der Blüte nicht mehr einzuhalten wären.

Der Wegfall von BISCAYA zur Schädlingsbekämpfung ab Blühbeginn ist nur begrenzt zu kompensieren. MOSPILAN als Mittel aus der gleichen Wirkstoffgruppe besitzt die Zulassung gegen Rapsglanzkäfer, nicht jedoch gegen Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke. Bei Tankmischungen mit Blütenfungiziden ist auch zu beachten, dass MOSPILAN nur in Kombination mit ACANTO, CANTUS GOLD, ORTIVA oder SYMETRA bienenungefährlich (B4) bleibt.

Als Alternative gegen Blütenschädlinge verbleiben Pyrethroide, am besten mit B4 Einstufung, wie z.B. KARATE ZEON, KAISO SORBIE, HUNTER, MAVRIK oder TRAFO WG. Auch hier kommt es in Kombination mit Fungiziden teilweise zur Änderung der Bienengefährlichkeit, siehe Rapool Insektizidmodul. Zudem beschleunigt ein (zu) häufiger Pyrethroideinsatz die Resistenzbildung bei Rapsglanzkäfer, aber auch beim Kohlschotenrüssler.

Kontrollieren Sie daher unbedingt rechtzeitig Ihre Bestände auf den Schädlingsdruck. Alle unnötigen Anwendungen sind zu vermeiden. Bis BBCH 59 können Sie bei Bedarf noch BISCAYA nutzen, danach zur Bekämpfung von Rapsglanzkäfern (nur Starkbefall ab Blühbeginn bei schwachem Raps bekämpfungswürdig) MOSPILAN einsetzen. Gegen Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke während der Blüte geeignete Pyrethroide nutzen.


Foto: RAPOOL / R.Kahl
Originalmeldung und weitere Informationen:
http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/06_Fachmeldungen/2016/2016_04_01_Zulassungs%C3%A4nderung_Thiacloprid.html

04.04.2016 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH