Rapsaussaat auf Durchwuchsflächen - Scheinbestellung bringt Entlastung

Wer auf seinen Flächen mit Altraps gesegnet ist, sollte am besten schon vor der Aussaat agieren.

Abb. Massiver Rapsdurchwuchs kostet Ertrag
 Abb. Massiver Rapsdurchwuchs kostet Ertrag
Gute Erfahrungen werden dabei immer wieder mit der Scheinbestellung gemacht. Hier kommt es darauf an, die kommende Rapsaussaatfläche zeitig genug min. ca. 2 bis 3 Wochen vor der Saat tief zu lockern und in einem Arbeitsgang bereits für die Aussaat vorzubereiten. So werden die Altlasten früh nach oben geholt und zum Auflaufen angeregt.

Besteht die Möglichkeit, den aufgelaufenen Altraps chemisch zu beseitigen, so kann im Idealfall sogar ohne weitere Saatbettbearbeitung gesät werden. Denn je weniger Boden erneut bearbeitet werden muss, desto weniger Altraps wird aktiviert. Hier sind Systeme mit weiteren Reihenabständen gut geeignet. Aber auch wenn vor der Saat noch eine flache mechanische Bearbeitung zur Altrapsbeseitigung und Saatbettbereitung notwendig ist, liegt mit dem Verfahren Scheinbestellung der Durchwuchsanteil deutlich niedriger als bei tiefer Bearbeitung unmittelbar vor der Saat.

Die Scheinbestellung kann nur sinnvoll genutzt werden, wenn zwischen Ernte der Vorkultur und der Rapsaussaat genügend Zeit zur Verfügung steht. Hier sollte auch die Zeit für eine flache Stoppelbearbeitung der Vorkultur mit eingerechnet werden. Dies ist z.B. bei Vorfrucht Gerste oder Getreide GPS sehr gut, bei Vorfrucht Weizen allerdings kaum möglich.

Abb. Gelungene, fast saubere Mulchsaat mit 30 cm RA + Unterfußdüngung
 Abb. Gelungene, fast saubere Mulchsaat mit 30 cm RA + Unterfußdüngung
Bei starker Belastung mit Altraps kann es sogar sinnvoll sein, eine frühe tiefe mit mehreren nachfolgenden flachen Bearbeitungen zu kombinieren. Daraus ergibt sich ein leicht späterer Saattermin. Eine leicht erhöhte Saatstärke verbessert die Unterdrückung des konkurrenzschwächeren Durchwuchsrapses. Gleichzeitig sinkt mit steigender Saatstärke der relative Durchwuchsanteil; so kann die gesäte Sorte mit all ihren Eigenschaften den Bestand stärker dominieren. Die angebauten Sorten sollten nicht nur leistungsstark und robust sein, sondern zudem noch spätsaatgeeignet und konkurrenzstark. Hier sind z.B. PENN oder BENDER die richtige Wahl.

Weitere Infos zum Umgang mit Ausfallraps und Rapsdurchwuchs finden Sie hier.

12.07.2016 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH