Biotest bei Kohlhernie: Selbst ist der Landwirt

Um die eigenen Flächen auf die Anwesenheit des Erregers zu testen, gibt es verschiedene Nachweisverfahren.

Nicht immer ist bekannt, ob der Kohlhernieerreger im Boden vorhanden ist. Diese Information ist aber die wichtigste Voraussetzung für eine angemessene Entscheidung über Maßnahmen zur Kontrolle der Krankheit. Um die eigenen Flächen auf die Anwesenheit des Erregers zu testen, gibt es verschiedene Nachweisverfahren.

Externe Kohlhernieprüfung
Einige Institutionen (z.B. Eurofins) bieten u.a. die Möglichkeit, den Boden auf die spezifische DNA des Erregers zu untersuchen. Dafür werden aus dem Schlag Mischproben entnommen und in das jeweilige Labor geschickt. Durch die PCR-Methode kann dann die Menge der gefundenen DNA (pro Gramm Boden) nachgewiesen und eine Risikoabschätzung abgegeben werden.

Nachteil: Vergleichsweise hohen Kosten je Bodenprobe.

Betriebsinterne Kohlhernieprüfung (Biotest)
Mit dem Biotest können Landwirte eigenständig Verdachtsflächen auf die Anwesenheit von Kohlherniesporen prüfen.

Abb. Anleitung Biotest
 Abb. Anleitung Biotest
Dafür werden dem Schlag Bodenproben entnommen und anfällige Wirtspflanzen (Chinakohl, Raps…) darauf kultiviert. Sind Wurzeltumore nach Durchführung des Tests vorhanden, sollte umgehend mit einer Bekämpfungsstrategie begonnen werden. Allerdings kann dieser Test nur eine Befallstendenz und keine 100 %ige Sicherheit geben. Auch die Feststellung eines „Nicht-Befalls“ kann eine Verseuchung der Flächen mit dem Erreger nicht mit Sicherheit ausschließen.
Zu beachten: Der Test benötigt ca. 6-8 Wochen in der Durchführung.

12.04.2016, M.Sc. Agrar Dania Bornhöft, RAPOOL-RING GmbH/ Norddeutsche Pflanzenzucht KG