Vor und nach dem Raps auf Schnecken achten

Der milde Winter und die überwiegend feuchtwarme Witterung haben den Schnecken in vielen Regionen optimale Vermehrungsbedingungen geboten.

 
Häufig kann man derzeit beim Herausziehen von Raps- oder Getreidestoppeln mit geschultem Auge die kleinen glasigen Schneckeneier finden. Nachts (Taschenlampe) und in den feuchten frühen Morgenstunden sind die kleinen und großen Schnecken auch direkt an der Bodenoberfläche  zu sehen. In Bild 1 sind bei genauer Betrachtung allein 13! kleinste und kleine Schnecken sichtbar! Alarm! Aufgenommen auf unbearbeiteter Rapsstoppel, mit Glyphosat abgetötet aber nicht mechanisch bearbeitet.

Neuansaaten schützen und kontrollieren!

Jede Bodenbearbeitung dezimiert Schnecken. Auch bei der Aussaat kann durch intensive Bearbeitung und gute Rückverfestigung zumindest eine Teilwirkung erreicht werden. Dennoch müssen die Schneckenkontrollen bereits direkt am Tag der Saat beginnen. Bei sehr hohem Druck kann das Abwarten des Auflaufens schon zu spät sein.

 
Wenn vorhanden, also unbedingt Schneckenfolien (Bild 2) auslegen. Alternativ tut es auch ein alter, feuchter Jutesack. Darunter gern mit Schneckenkorn oder z.B. ein paar Scheiben Kohlrabi beködern. Gerade direkt nach der Saat häufig kontrollieren. Dabei die  Augen aufhalten und Schnecken, Schleimspuren oder Fraßschäden (Bild 3), auch am Ausfallgetreide, suchen.

Zur diesjährigen Schneckenkorn - Anwendung stehen Produkte aus 2 verschiedenen Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

Metaldehyd - Schneckenkorn

Produkte auf Metaldehydbasis (z. B. nassgepresste Produkte wie Metarex TDS, Metarex Inov, Patrol Meta Pads G2, Delicia Schneckenlinsen, Mollustop, Arinex,…) führen bei der Schnecke zu irreparablen Schädigungen der Schleimzellen, die Schnecke trocknet aus. Bei hoher Feuchte und geringer Köderdichte (= geringe Aufnahme) können sich große Schnecken aber manchmal überleben. Anzustreben sind ausreichend hohe Köderdichten von min. 35-40 Körner/m². Bei starkem Befall können weitere Behandlungen erforderlich sein. Es sind je Produkt maximal 2 Anwendungen zulässig, ggf. muss daher das Produkt gewechselt werden.

 
Fe-III-Phosphat (Sluxx)

Das nassgepresste Schneckenkorn Sluxx basiert auf dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat und  sorgt bei den Schnecken nach der Aufnahme für einen sofortigen Fraßstopp, der letztlich zum Absterben führt. Sluxx ist besonders nützlingsschonend und darf max. 4 mal angewendet werden.

Auch nach dem Raps auf Schnecken achten

Kontrollieren Sie bitte auch Ihre alten Rapsschläge unbedingt rechtzeitig auf den vorhandenen Schneckenbesatz. Denn noch können Schneckeneier und kleine Jungschnecken durch eine bzw. am besten mehrere mechanische Bodenbearbeitungen vor der folgenden Getreideaussaat deutlich dezimiert werden. Damit der hohe Vorfruchtwert des Rapses von der nachfolgenden Kultur voll genutzt werden kann.

24.08.2016 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH