Hinweise zu Schädlingskontrolle und Wachstumsreglereinsatz

Zuflug und Befallsdruck sind je nach Region und auch schlagspezifisch sehr unterschiedlich.

Rapserdfloh

Eine prophylaktischen Behandlungen ist nicht notwendig, sondern Augen auf sowie Gelbschalen kontrollieren. Die Schadschwelle liegt bei mehr als 10% zerfressener Blattfläche bzw. 50 Käfer/Gelbschale in 3 Wochen. Die Bekämpfung wird erschwert durch zunehmende Pyrethroidresistenz. Behandeln Sie abends oder früh morgens mit voller Aufwandmenge, um maximale Wirkungsgrade auszunutzen. Das Expert-Modul liefert weitere Infos zum lokalen Befallsgeschehen und zur Bekämpfung.

Kohlmotten / Rübsenblattwespe

In vielen Beständen sind aktuell Raupen der Kohlmotten und teilweise auch der Rübsenblattwespe zu finden. Beide Schädlinge sind nach warmen Sommern regelmäßig im Raps zu finden, aber nur selten bekämpfungswürdig. Sie werden häufig verwechselt, daher zur Unterscheidung hier noch einmal die Grafik. Die zur Behandlung zugelassenen Pyrethroide besitzen nur eine mäßige Wirkung auf bereits größere Raupen. Ein besserer Wirkungsgrad kann mit 0,3 l/ha BISCAYA erreicht werden.

Wachstumsregler/Fungizid

Behandlungsbeispiele in Abhängigkeit von Einzelpflanzen- und Bestandsentwicklung sowie Wasserversorgung. Sortenangepasste Empfehlungen, sowie weitere Produkte finden Sie in unserem Wachstumsreglermodul (WR-Kalkulator).

  • Homogene Rapsbestände, gute Bodenfeuchte

> 6 – 8 Laubblätter:                            z.B. 0,4 – 0,5 l/ha CARAX + 0,5 l/ha Tebuconazol
   4 – 6 Laubblätter:                            z.B. 0,3 l/ha CARAX + 0,4 – 0,5 l/ha Tebuconazol
   2 – 4 Laubblätter:                            falls andere PSM Maßnahmen anstehen, z.B. 0,4 – 0,5 l/ha Tebuconazol mitnehmen

  • Homogene Rapsbestände, Trockenheit auch im Unterboden, kein Tau

Generelle Vorsicht vor allen Herbizid- und Fungizidmaßnahmen, um die Pflanzen nicht zu stressen. Wenn überhaupt, Bestände mit > 4 Laubblätter schonend mit verminderter Tebuconazol- Aufwandmenge behandeln.

  • Heterogene Rapsbestände, verzettelter Feldaufgang, Verschlämmungen, gute Bodenfeuchte. Richtet sich maßgeblich nach der dominierenden Pflanzengröße und Pflanzenzahl.

Bei mehr als 20 – 25 Pfl/m² ab ca. 4 Laubblättern dienen obige Beispiele für homogene Bestände als Orientierung. Aufwandmengen werden aber je nach Bestandesdichte um 10 – 30% reduziert. Bzw. Fokus/Aufwandmenge der Produkte stärker auf fungizide Wirkung auslegen.

Sind erst wenige große Pflanzen mit mehr als 4 LB (ca. 5 – 10/m²) vorhanden, Behandlungstermin nach hinten verschieben bis (hoffentlich) genügend kleinere Pflanzen das 4-Blatt-Stadium erreichen. Fokus wird dann auf milder Förderung liegen.

Mischungen

Sowohl Wachstumsregler/Fungizide als auch Insektizide können mit den gängigen Gräserherbiziden kombiniert werden, allerdings ohne Additive wie z.B. Radiamix oder Dash. Das Herbizid Fox darf allerdings aus Verträglichkeitsgründen ausschließlich solo oder in Kombination mit Runway/Effigo und nur auf trockene Pflanzen eingesetzt werden. Zwischen allen anderen Pflanzenschutz-Maßnahmen und einer Fox-Anwendung mindestens 5 Tage Wartezeit davor und danach einhalten.

Für alle Pflanzenschutzmaßnahmen gilt: Zulassungen, amtliche Empfehlungen und Herstellerhinweise beachten!

22.09.2016 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, Rapool Ring GmbH