Das Rapsjahr 2016 – ein kurzer Jahresrückblick

Ein kurzer Rückblick in das vergangene Rapsjahr.

Durchwachsene Rapserträge

 
Grafik 1 zeigt die durchschnittlichen Rapserträge 2016 im Vergleich zum Vorjahr. Auch wenn im Bundesschnitt „nur“ 4,5 dt/ha fehlen, gab es enorme regionale Unterschiede.

Im Norden und Osten wurden die schlechtesten Rapserträge seit vielen Jahren eingefahren. Hier haben Frost, Trockenheit, Kälte und Hitze besonders extrem zugeschlagen.

In der Mitte Deutschlands (siehe Sachsen-Anhalt, Thüringen) konnte hingegen sogar leicht mehr als im Vorjahr geerntet werden, da unter anderem im Frühjahr die Niederschläge zwar knapp, aber passend fielen.

Im Süden war die Rapsernte durchschnittlich bis gut. Bis Mitte Juni präsentierten sich hier die Bestände hervorragend, brachen dann aber durch Niederschläge, Lager und Krankheiten noch ein, so dass die immer noch guten Erträge oft als enttäuschend empfunden wurden.

In allen Regionen war eine weite Spreizung der Erträge von gut bis sehr schlecht zu finden, selbst auf den Betrieben variierten die Erträge von Schlag zu Schlag deutlich stärker als in den Vorjahren.

Aussaat 2016 verbreitet von Trockenheit geprägt
Die Rapsaussaatfläche wurde leicht auf 1,36 Mio. ha ausgedehnt (Quelle: UFOP/Kleffmann Nov. 2016). Allerdings erschwerte Trockenheit in vielen Regionen die Aussaat und insbesondere den Feldaufgang. Erste Flächen wurden daher bereits im Herbst wieder umgebrochen, und in Abhängigkeit vom weiteren Witterungsverlauf werden im Frühjahr noch weitere Flächen folgen, so dass die Fläche zur Ernte 2017 vielleicht sogar unter die 2016er Erntefläche fällt.
Der aktuelle „Winterverlauf“ gestaltet sich bisher ruhig und durchschnittlich. Den kleinen Rapsen hätte ein längeres Wachstum gut getan, während die Masse der Rapse normal bis kräftig in die Vegetationsruhe gekommen ist. Es bleibt also auch im kommenden Jahr spannend.

 
Rapspreise profitieren vom kleineren Angebot
Nicht nur in Deutschland, auch in der EU fiel die Rapsernte 2016 kleiner aus als erwartet. Und auch die aktuellen Bestände zur Ernte 2017 sehen EU-weit nicht überall rosig aus. Am Weltmarkt für pflanzliche Öle generell und speziell am Rapsmarkt in Europa sind die Preise in 2016 deutlich angezogen. Aktuell sind im Dezember 2016 die höchsten Rapspreise seit 3 Jahren zu verzeichnen (s. Grafik)

RAPOOL-Genetik als Leistungsträger
Keine Sorte ist ganz ohne Blessuren durch das abgelaufene Anbaujahr gekommen. Dennoch konnte die RAPOOL-Genetik ihre Stärken zeigen. So ist AVATAR wie bereits im Vorjahr erneut die meistangebaute Rapssorte Deutschlands. Landwirte schätzen insbesondere die frühe Reife und den leichten Drusch. Die beste Neuzulassung aus dem Dezember 2016 – BENDER – stand zur Ernte 2016 in allen Landessortenversuchen und hat diesen ersten Härtetest mit Bravour bestanden: Platz 1 in Ölgehalt und Marktleistung. Dicht gefolgt von PENN, dem Kornertragssieger 2016 und 2015.

Und als besonderen Höhepunkt gab es am 13. Dezember mit HATTRICK, LEOPARD, PYRO und EDISON gleich vier vorzeitige Weihnachtsgeschenke für RAPOOL. Alle 4 verhandelten RAPOOL Kandidaten wurden nach 3-jähriger Wertprüfung vom Bundessortenamt zugelassen. Ertragreichste und interessanteste Neuzulassung ist sicherlich die Sorte HATTRICK mit der Einstufung 9/9/8 für Kornertrag, Ölertrag und Ölgehalt kombiniert mit schneller Strohabreife. HATTRICK steht zur Ernte 2017 bundesweit in allen aktuellen Landessortenversuchen.

Mit positiven Preisaussichten und mit spannender neuer Genetik möchte sich der RAPOOL-RING an dieser Stelle bei allen Rapsanbauern bedanken und Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2017 wünschen.

21.12.2016 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH