April – was macht der Raps?

Der März bescherte dem Raps verbreitet gute Wachstumsbedingungen. Trotz regional notwendiger Umbrüche konnten sich viele kleine und dünne Bestände noch besser als befürchtet zurechtwachsen. Insbesondere der Märzausklang mit freundlichem, sonnigem Wetter und Temperaturen über 20°C brachte kräftiges Wachstum, aber teilweise auch stärkeren Schädlingszuflug. Der April beginnt mit einem deutlichen Temperaturrückgang – eher günstig für ein nicht zu schnelles Wachstum. Verbreitet macht aber das Niederschlagsdefizit Sorgen, da der Raps nun in die Phase seines höchsten Wasserbedarfs kommt.

Schädlinge: Insektizideinsatz nur bei Bedarf!

1. Zuflug des Rapsglanzkäfers
 1. Zuflug des Rapsglanzkäfers
Laut Expert Schädlingsprognose ist der Zuflug des Rapsglanzkäfers (Bild 1) an den meisten Wetterstationen noch nicht abgeschlossen (gelbe Punkte), die Kontrollen müssen also noch bis zur Blüte fortgesetzt werden. Der Zuflug von Stängel- und Triebrüssler ist hingegen bereits beendet.

Die meisten kräftigen Rapsbestände befinden sich häufig bereits im Großknospenstadium und können aktuell auch einem leichten bis mittleren Rapsglanzkäferdruck gut kompensieren. Hier kann die Schadschwelle bei mehr als 8 RGK/Pflanze angesetzt werden. Im Zweifelsfall kann eine Behandlung auch zeitlich verschoben werden, um weitere noch zufliegende Rapsglanzkäfer besser zu erfassen (siehe Bild 2). Die im vergangenen Herbst spät aufgelaufenen, dünnen Bestände sind schwächer und in ihrer Entwicklung noch deutlich kleiner. Hier ist die Schadschwelle früher ab ca. 5 RGK/Pflanze erreicht.

Sofern weder erste Rapsblüten noch Unkräuter blühen, stehen AVAUNT oder PLENUM zur RGK Bekämpfung zur Verfügung. Beide sind jedoch B1, also bienengefährlich, eingestuft! Sind jedoch erste blühende Unkräuter wie z.B. Stiefmütterchen zu finden, sollte in nicht so weit entwickelten Beständen noch mit TREBON (B2) gearbeitet werden. Für Bestände im Großknospenstadium könnte alternativ bereits mit BISCAYA (B4) gearbeitet werden, das in diesem Jahr wieder verfügbar ist und maximal 2x eingesetzt werden darf.

2. Rapsglanzkäfer
 2. Rapsglanzkäfer
Achtung: Zum Schutz von Bienen und Nützlingen sowie aus Resistenzmanagementgründen Behandlungen nur bei Überschreiten der Schadschwellen durchführen. Auch Behandlungen mit B4 Produkten am besten abends nach Ende des täglichen Bienenflugs  durchführen; eine Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha verbessert den Wirkungsgrad. In unserem Insektizidmodul erhalten Sie schnell und einfach Infos zur Bieneneinstufung der gängigen Insektizide sowohl Solo als auch in Kombination mit Fungiziden.

Wachstumsregler- und Fungizideinsatz

Krankheiten wie Phoma oder Cylindrosporium spielten in diesem Frühjahr keine Rolle. In vielen weiter entwickelten Beständen ist der Wachstumsreglereinsatz bereits Ende März erfolgt. Problemschläge aus dem Herbst sind aber in ihrer Entwicklung deutlich zurück. Ist noch eine Einkürzung geplant, muss unbedingt auch die Witterung eingeplant werden. Denn die Wasserversorgung der Böden ist längst nicht überall gesichert. Nur wenn ausreichend Bodenfeuchte vorhanden ist und gleichzeitig kein Nachtfrostrisiko besteht, macht ein Wachstumsreglereinsatz Sinn. Bei Trockenheit, sehr hoher Einstrahlung oder starken Tag/Nacht Temperaturschwankungen können PSM Maßnahmen insbesondere für schwache Pflanzen ohne ausreichenden Wurzeltiefgang erheblichen Stress bedeuten. Aus den vergangenen Jahren sind in solchen Situationen sogar Mindererträge bekannt.

An Abbildung 3 wird deutlich, wie stark die Bodenfeuchte im März bereits gefallen ist. Höhere Niederschlagsmengen sind Anfang April aber nur punktuell gefallen (Abbildung 4) und haben dort für vorübergehende Entspannung (aber auch für Schäden durch Hagel) gesorgt. Es bleibt zu hoffen, dass der weitere April gemäß Bauernregel eher kühl und nass (füllt des Bauern Scheun und Fass) ausfallen wird, um den Hauptwasserbedarf während der Rapsblüte sicherzustellen.

3. Bodenfeuchte im März
 3. Bodenfeuchte im März
Eine  entscheidende Roclle für die Einkürzung spielt natürlich auch die Sorte. Während z.B. AVATAR und PENN in Versuchen auch bei guter Standfestigkeit ertraglich von mittleren und leicht erhöhten Aufwandmengen profitieren konnten, reagiert BENDER dank bester Gesundheit und gleichfalls sehr guter Standfestigkeit ertraglich weniger auf die Frühjahrseinkürzung. BENDER kann also auch mit geringeren Aufwandmengen erfolgreich gefahren werden. Empfehlungen zu sortenspezifischen Aufwandmengen aller Rapool-Hybriden liefert Ihnen unser WR-Kalkulator.

4. Niederschlag im April
 4. Niederschlag im April
Fazit: Anfang April präsentieren sich längst nicht alle Rapsbestände gut, aber vor allem im Norden und Westen deutlich besser als im Vorjahr. Auch in den kritischen Trockenregionen hat sich die Lage durch einen günstigen Start in die Vegetation leicht entspannt. Der Krankheits- und Schädlingsdruck verliefen bisher moderat bis normal. Größte Unsicherheit für die weitere Entwicklung bleibt (wie immer) das Wetter, hier macht derzeit eher Trockenheit Sorgen. Zur weiteren Entwicklung Rapsblüte/Blütenbehandlung erfahren Sie an dieser Stelle in Kürze mehr.

04.04.2017 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, Rapool-Ring GmbH