Tipps zur Rapserdflohbekämpfung

Der bisherige Witterungsverlauf im August/September 2017 unterscheidet sich deutlich von den Vorjahren. Bis auf Schnecken sind in der Regel kaum Schädlinge zu finden.

Kontrolle der Gelbschalen.
 Kontrolle der Gelbschalen.
Dies gilt insbesondere für Blattläuse, die im September 2016 massiv auftraten, bisher aber fast keine Rolle spielen. Auch Rapserdflöhe und Kohlfliegen waren im August und Anfang September kaum aktiv, obwohl aufgrund der Bodenfeuchte viele Altrapsstoppel länger stehengeblieben sind als geplant. Dennoch sollten ab der Aussaat Gelbschalen aufgestellt und regelmäßig kontrolliert werden. Ebenso wichtig ist ein Kontrollblick auf und unter die jungen Rapsblätter.

Ein früher Erdflohfraß an den jungen Blättern erscheint oft dramatischer als er ist und sollte nur in Ausnahmefällen behandelt werden (siehe Punkt 1 und 2). Lohnend ist bei hohem Befallsdruck eine Behandlung zur Eiablage. Je nach Einwanderungsbeginn kann dies bereits im September, in anderen Jahren aber auch erst im Oktober oder sogar noch später der Fall sein. Den richtigen Termin liefert die Expert Prognose (siehe Beispielgrafik). Aus praktischer Sicht bieten besonders späte Larvenbehandlungen einige Vorteile: Ab Ende Oktober/Mitte November haben 3-5 Larven/Pflanze bzw. 30-50% befallener Blattstiele als Schadschwelle Gültigkeit. Bei einer späten Behandlung unterstützt das kühlere Wetter die Wirksamkeit bzw. Wirkungsdauer der Insektizide.

  • Lochfraß-Schaden wird häufig überbewertet. Genau hinschauen, Gelbschalen aufstellen, Warndienste nutzen und nicht vorschnell handeln.
  • Frühe Behandlung („Blattfraßbekämpfung“) nur in Ausnahmefällen, wenn Raps stark leidet und ganze Keimlinge abgetötet werden.
  • Bei hohem Erdflohdruck (Gelbschalenkontrolle, Schadschwelle mehr als 50 Rapserdflöhe in 3 Wochen) den Behandlungstermin nach vollständigen Zuflug noch vor der Eiablage wählen.
  • Späte Behandlung bei hohen Larvenzahlen ab Mitte/Ende Oktober sinnvoll.
  • Hinweis: Erdflohbehandlungen mit voller Aufwandmenge unter geeigneten Witterungsbedingungen durchführen.

Um vor weiterer Ausbreitung der Pyrethroid-Resistenzen zu schützen, sollten Rapserdflohbehandlungen generell die Ausnahme bleiben. Ein Wirkstoffwechsel ist nicht möglich. Deutschlandweit steigt die Zahl resistenter Populationen. In vielen Gebieten sind bereits geringere Wirkungsgrade bei Käfer und Larve bekannt.

Der Rapserdfloh-Zuflug hat Anfang September relativ verhalten eingesetzt. Mehr zum aktuellen Zuflug in der Expert-Prognose.
 Der Rapserdfloh-Zuflug hat Anfang September relativ verhalten eingesetzt. Mehr zum aktuellen Zuflug in der Expert-Prognose.

06.09.2017 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, Rapool Ring GmbH