Raps-Sortenwahl 2013 - Zuchtfortschritt im Detail

A. Baer, L. Alpmann, R. Kahl, Produktmanagement RAPOOL-RING GmbH

Aussaat
Die Sortenempfehlung 2013 ist eine Synthese aus Ertragsleistung und Ertragsstabilität, ergänzt um verschiedene Praxiseigenschaften wie z. B. Mähdruschfähigkeit, Winterhärte oder Wurzelentwicklung. Basis der Sortenempfehlung sind amtliche Exaktversuche, eigene Untersuchungen, Praxisumfragen und das regionale Wissen von 50 Rapool-Fachberatern vor Ort. Die Summe aller Details ermöglicht der Praxis Rapserträge mit Perfektion.
1. Die Sorten.
Sherpa ist die ertragreichste Rapssorte 2011 und 2012. Winterhärte, Regeneration und Ertragssicherheit sind auf einem hohen Niveau wie bei Visby.
Avatar ist anders. In der Genetik, im Wuchstyp und im Wurzelbild. Die höchste Marktleistung mit früher Reife und mittelkurzem Wuchs ist eine interessante Neuheit im Hochertragsbereich.
Visby ist die Perfektion in der Ertrags- und Anbausicherheit. Seit fünf Jahren die größte Sorte in Deutschland und im Kornertrag hoch attraktiv. Einfach alles dreschen.
Genie ist ein Universalgenie auf allen Standorten und zu allen Saatzeiten. Anpassungsfähige Robustsorte mit außergewöhnlich starker Phomaresistenz (RLm 7) und sehr hohen Ölgehalten.
Darüber hinaus stehen regional bewährte Leistungsträger wie Compass, Dimension oder Xenon zur Verfügung. Midas muss sich als Neuling im LSV 2012/13 beweisen. Mendelson steht als neue kohlhernieresistente Robusthybride in der Bewährungsprobe der Praxis.
2. Die Praxiseigenschaften
Die Übersicht der Mähdruschfähigkeit der Rapool-Sorten ist eine Zusammenfassung mehrerer Sortenparameter. Sie berücksichtigen Unterschiede in der Reifezeit, Pflanzenlänge und Gesundheit. In der Sortenprüfung wird die „Reifeverzögerung Stroh“ ermittelt und beschreibt den Zustand der Strohreife bei der Ernte. Es gibt Sorten, die bei der Kornreife auch im Stroh reif sind (Visby) oder noch im Stroh eine Reifeverzögerung von einigen Tagen haben. Hier ermöglicht ein auf die Strohreife abgestimmter Mähdruschtermin einen optimalen Drusch, der durch geringe Druschverluste gekennzeichnet ist.
Die Winterhärte ist ein klassisches Sortenmerkmal , das lange Zeit von geringer Bedeutung für die Sortenwahl gewesen ist. Winterhärte wiederum ist ein Komplex aus Frosthärte, Vorwinterentwicklung und Regenerationskraft. Spätestens seit dem scharfen Frostwinter Februar /März 2012 ist es ein neues Detail der Sortenwahl in ganz Europa. Die erfolgreichsten Rapool-Hybriden haben diese Frostprüfung im In-und Ausland - regional auch in Verbindung mit Botrytis – sehr gut gemeistert.
3. Die Rapswurzeln
Die Übersicht der Aussaatzeiten zeigt eine grundsätzliche Einordnung der Sorten. Je nach Herbstwitterung (Temperatur und Feuchte) verläuft die Herbstentwicklung schneller oder langsamer. Die Gründe liegen in den Wachstumsansprüchen des Rapses. Mit steigender Temperatur ( und je nach Genotyp) verläuft der Keimprozess schneller . Bei 10 Grad Celsius verläuft die Keimung sehr langsam, ab ca. 19 Grad nähert sie sich dem Optimum. Unter diesen Bedingungen ist auch das weitere Spross-und Wurzelwachstum optimal, wenn genügend Licht zur Verfügung steht. Zwischen den Sorten wurden unter gleichen Wachstumsbedingungen unterschiedliche Wurzelwachstumsverläufe in den Kategorien Gesamtwurzellänge, Länge der Feinwurzelfraktion und Wurzelfrischmasse nachgewiesen. Für die erfolgreichen Rapool-Hybriden lassen sich sehr hoheWurzelwachstumswerte nachweisen. Ein neues Detail: Avatar hat mit 54 % den höchsten Feinwurzelanteil an der Gesamtwurzellänge.
4. Die Praxiserhebungen
Sie bestehen aus einfaktoriellen Merkmalen, die in Beziehung zum Ertrag gesetzt werden. Dadurch ergeben sich Trends, die lediglich einen Eindruck aus der Praxis wiedergeben. Da der Ertrag aus vielen komplexen Faktoren und Ereignissen resultiert, kann regional ein individuelles Anbaumanagement zu anderen Ergebnissen kommen.
In den Umfragen werden Aussaatstärken von 40 bis 45 Körnern/qm mit den höchsten Erträgen genannt. Hierbei gibt es eine Spannbreite von 35 bis 55 Körnern. Erfolgreiche Mulchsaatbetriebe mit tiefer Lockerung nennen vergleichbar hohe Erträge( plus o,5 dt/ha) wie klassische Pflugsaatbetriebe. Langjährige Ertragsmeldungen zeigen, dass Betriebsleiter mit einer hohen Bodengüte auch mit einem höheren Ertrag rechnen können. Die größte Ertragsdifferenz von sehr leichten Böden bis sehr guten Böden wird langjährig mit ca. 10 dt/ha angegeben.
Zusammenfassung
Der Zuchtfortschritt bei Rapool basiert auf einer sehr individuellen Genetik: Die Sorten Sherpa, Avatar, Visby , Genie und Midas bestehen aus 5 verschiedenen Vaterkombinationen mit 4 verschiedenen Mutterlinien. Dies schafft eine neue Vielfalt an Sorteneigenschaften mit individuellen Details, die sich in Wuchs, Reife, Typ, Resistenz oder Wurzelentwicklung so unterscheiden, dass für die Praxis ein wertvolles Sortenprogramm von der Aussaat bis zur Ernte oder Bestandesführung zur Verfügung steht. High-End Sorten, mit Perfektion im Detail.
 


RAPOOL - Fachtagungen 2013 Sorten
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