Aktuelle Entwicklungen auf den Ölsaatenmärkten und Rapspreisentwicklungen 2014

von Jan Peters, Agrarfax

Der Export von Brotweizen im Norden Deutschlands brummt weiterhin und läuft auf einem selten dagewesenen hohen Niveau. Wir haben seit der Ernte einen regen Export gehabt, und das wird auch die kommenden Monate so bleiben. An der Matif ist der Preis Ende Januar 2014 für den Monat März auf 195 Euro/t gefallen, also deutlich unter die 200 Euro/t Grenze. Die Preise in den Seehäfen folgten diesem Trend. In Rostock und Hamburg werden derzeit 197 Euro/t franko Basis Februar 2014 für den B-Weizen bezahlt. Die Erzeugerpreise auf den landwirtschaftlichen Großbetrieben in Norddeutschland liegen bereits unterhalb von 190 Euro/t. Auf den Höfen liegen nach Einschätzung von Landhandel und Genossenschaften keine großen Mengen an Brotweizen mehr.

Raps nach dem Abtanken auf einem Überladewagen.
Bei den zuletzt rückläufigen Preisen haben einige Erzeuger ihre Mengen verkauft. Die Mischfutterindustrie ist laufend am Kauf von Futtergetreide interessiert. Für die Monate ab März 2014 sind die Verarbeiter nur unzureichend mit Futtergetreide versorgt. Am Exportmarkt haben sich die Chancen auf weitere Ausfuhren aufgrund der schwächeren Notierungen in den Seehäfen erhöht. Nach wie vor berichten einige Hamburger Händler von einem fortgesetzten Interesse vieler Importländer Nordafrikas, dem Nahen Osten und aus Südafrika an dem in diesem Jahr qualitativ guten deutschen B-Weizen. Der konkurrierende russische Brotweizen ist in diesem Jahr offenbar nur bedingt zur Mehlherstellung geeignet. Die lebhafte Abwicklung von Exportgeschäften in den Seehäfen dürfte auch für die kommenden Wochen anhalten. Neben dem Blick nach Asien und vor allem China ist der australische Weizen bei den Käufern im Nahen Osten für deutschen Weizen eine merkliche Konkurrenz. Es wird auf die Qualität ankommen. Bisher konnte der deutsche B-Weizen wegen seiner fast konkurrenzlosen guten Qualität mit mind. 12,5 Prozent Protein bei den Käufern punkten.

Die Versorgung mit Weizen in der EU und weltweit wird nach den hohen Exportmengen von Weizen und Gerste zunehmend enger.  2013/14 exportiert die EU-28 bisher rund 14,6 Mio. t gegenüber 8,1 Mio. t Getreide (plus 80 Prozent)  im Vermarktungsjahr 2012/13. Steigende Preise für Getreide im Frühjahr 2014 wird es bei einer Aufwärtsbewegung anderer Rohstoffmärkte oder bei Ertragseinbußen wegen Frost oder Trockenheit in der Schwarzmeerregion geben. Durch die hohen Niederschläge im Herbst wurden große Teile der für die Herbstaussaat vorgesehenen Flächen dort nicht bestellt. Das wird sich auf die Weizenpreise der Ernte 2014 positiv auswirken.

Die Rapskurse bewegen sich Ende Januar 2014 mit 356 Euro/t für die Lieferung im Februar 2014 und 341 Euro/t ex Ernte 2014 franko seitwärts. „Für die Ernte 2014 kriege ich derzeit keinen Raps in die Bücher“, war von einem Landhändler zu hören. Im Verhältnis zu den Vorjahren haben die Landwirte bislang deutlich weniger Kontrakte abgeschlossen.