Aktuelle Entwicklungen auf den Ölsaatenmärkten und Rapspreisentwicklungen 2014

von Dr. Reimer Mohr, Hanse Agro GmbH

Seit Jahresbeginn hat sich der Abwärtstrend am weltweiten Ölsaatenmarkt fortgesetzt. Der Kursdruck ging von der Leitbörse in Chicago aus, wo die Kurse des Sojakomplexes bereits zwischen den Jahren nachgaben. Die Verkäufer mussten hier einen weiteren Kursrückgang von der Märzbohne verkraften. Die diesjährige Rekordernte bei Ölsaaten überschreitet den Verbrauch um 16 Mio. t. Das Verhältnis Vorrat zu Verbrauch soll bis zum Ende dieses Vermarktungsjahres von 14,8 % auf 16,8 % steigen. Damit hat sich die Versorgungslage in den vergangenen 12 Monaten deutlich entspannt. Aus heutiger Sicht ist die weltweite Versorgungslage bis zum Herbst 2014 als gut zu bezeichnen. Es ist zu erwarten, dass ausreichend Ware angeboten wird.

In der Mehrzahl der südamerikanischen Sojabohnenanbaugebiete werden die Witterungsbedingungen aktuell als gut bezeichnet. Die USA hat bereits in den ersten vier Monaten des Vermarktungsjahres 25,1 Mio. t exportiert. Die USA werden daher voraussichtlich zum Zeitpunkt des verstärkten Angebots der südamerikanischen Ernte im März weitgehend ausverkauft sein. Sollten in Südamerika wie im vergangenen Jahr logistische Probleme auftreten, kann die USA diese Lücke nicht schließen. Kurzfristig könnten daher Sojabohnen für sofortige Lieferung mit hohen Aufgeldern gehandelt werden.

In den vergangenen Jahren ist zu beobachten, dass Soja- und Rapsschrot für sofortige Lieferung häufig teurer als Lieferverträge für 3-9 Monate im Voraus waren. Die Marktteilnehmer hatten die Erwartung, dass der Markt künftig ausreichend versorgt sein wird. Logistische Probleme in Südamerika Engpässe oder aber Wettermeldungen in der Vegetationsentwicklung auf der Süd- oder Nordhalbkugel ließen die Preise dann aber wieder steigen. Bei Preisdifferenzen zwischen sofortiger Lieferung und Vertragsware von 40 bis 60 €/t für Sojaschrot und von 25 bis 35 €/t bei Rapsschrot konnte im Mischfutter durch Lieferverträge Geld gespart werden.

Das USDA schätzte in seinem Monatsbericht die weltweite Produktion für Raps auf 70 Mio. t und für Sonnenblumen auf 43,7 Mio. t. Dies ist für beide Früchte eine neue Rekordernte. Die Endbestände sollen insgesamt von 5,5 auf 9 Mio. t und damit um 40 % steigen. Damit ist der Markt bis in den Herbst 2014 gut versorgt. Kanadischer Raps ist im Vergleich zu europäischen Raps derzeit günstiger. Aufgrund der genmodifizierten Sorten steht kanadischer Raps aber nur indirekt mit europäischer Ware im Wettbewerb. Kanadischer Raps verdrängt allerdings australische Ware im pazifischen Raum, die daher ihren Weg nach Europa sucht. Aufgrund des Nadelöhrs Logistik wird kanadische Ware den Angebotsdruck bis in den Herbst 2014 hinein und damit über die europäische Rapsernte hinaus hochhalten.

Für 2014/15 wird von den Analysten aus heutiger Sicht eine hohe Ölsaatenproduktion erwartet. Bei leicht höheren Erträgen soll die Sojabohnenproduktion nur leicht sinken. Für die USA wird eine neue Rekordernte vorhergesagt. Die Prognose für den weltweiten Rapsanbau liegt nur leicht unter dem diesjährigen Niveau. Es ist zusammenzufassen, dass die unter guten Vegetationsbedingungen in Südamerika heranwachsende Sojabohnenproduktion auf hohe Lagervorräte bei Raps und Sonnenblumen trifft. Damit ist die Versorgung bis in den Herbst 2014 hinein gesichert. Da der Schwerpunkt der südamerikanischen Ernte von Mitte Februar bis Mitte Mai stattfindet, ist die Ertragserwartung noch unsicher. Aufgrund der aktuellen Prognosen ist in den kommenden Wochen aber keine Trendwende am Ölsaatenmarkt zu erwarten.


Reimer Mohr - Rapsmarkt 2014
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