Aktuelle Entwicklungen auf den Ölsaatenmärkten

von Werner Schmid und Richard Riester, LEL Schwäbisch Gmünd

Der gesamte Ölsaatenkomplex zeigt zu Jahresbeginn 2014 schwächere Tendenzen. Die Erzeugerpreise für Raps notieren zwischen 32 bis 34 €/dt, wobei der Markt von leicht rückläufigen Preisimpulsen geprägt ist. Gerade die Einschätzung der weltweiten Rapsernte wurde sowohl in der Dezember- als auch der Januarschätzung des amerikanischen Agrarministeriums (USDA) deutlich nachgebessert. Ging man im November noch von einer weltweiten Rapsernte von 67,9 Mio.t aus, so lag der Schätzwert im Januar bereits bei 70,1 Mio.t. Bei einem gleichzeitig prognostizierten Verbrauch von 67,4 Mio.t sollen daher die Rapsendbestände 2013/14 um gut 2,5 Mio. t anwachsen. Dies, sowie auch die sehr positiven Nachrichten aus dem Sojakomplex nähren im Schrot- und Ölmarkt die Fantasien der Käufer auf fallende Preise. Die Rapsölpreise waren in den zurückliegenden Wochen rückläufig und notieren derzeit bei 700 €/t (fob Rotterdam) seitwärts, Rapsschrot konnte sich zwar in den zurückliegenden Wochen noch auf einem Niveau zwischen 240 bis 250 €/t halten, steht aktuell aber ebenfalls unter Druck durch rückläufige Sojaschrotpreise.

 

Terminmarkt Raps:
Etwa seit Mitte des 4. Quartals 2013 zeigen die Terminmarktkurse für Raps, sowohl der alten Ernte 2013 als auch der kommenden Ernten 2014 und 2015 (jeweils Novemberkontrakte) rückläufige Tendenzen. Rückblickend lag der beste Zeitpunkt zur Vermarktung von Raps der Ernten 2013 bis 2015 im Mai 2013 oder gar noch früher, da im Jahr 2012 Raps noch deutlich besser notierte. Dennoch sollte man jetzt, wenige Monate vor der neuen Ernte bei einem nahe der Vollkostendeckung liegenden Preis darüber nachdenken, wenigsten Teile der Ernte 2014 schon zu vermarkten. Denn, sollten sich die Dinge im Ölsaatenkomplex tatsächlich so entwickeln, wie dies derzeit den Anschein hat, ist zumindest in der Ernte 2014 kaum mit deutlich besseren Preisen zu rechnen. Wird tatsächlich die weltbeste Sojaernte aller Zeiten in den nächsten Wochen gedroschen, und bleiben Auswinterungsschäden in den Winterrapsgebieten aus, ist damit zu rechnen, dass der Ölsaatenkomplex im Sommer 2014 eine so gute Versorgung aufweist, dass für die Preise kaum Spielraum nach oben besteht.

 

Fazit:

Der bislang günstigste Zeitraum den Raps der Ernte 2014 zu vermarkten liegt leider schon mindestens 8 Monate zurück. Die Aussicht auf eine hervorragende Versorgung im gesamten Ölsaatenkomplex drückt weiter auf die Preise. Ergeben sich Gelegenheiten, eine Teilvermarktung nahe Vollkostendeckung realisieren zu können, sollten diese genutzt werden


Werner Schmid - Entwicklungen auf den Ölsaatenmärkten
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Richard Riester - Aktuelle Entwicklungen auf den Ölsaatenmärkten 2014
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