Effizient düngen - Raps braucht nicht nur Stickstoff

von Dr. Steffen Leidel, K+S KALI GmbH

Raps ist seit vielen Jahren eine der wirtschaftlichsten Kulturen und hat zudem einen hohen Vorfruchtwert. Demzufolge ist der Anbau vor allem in Brandenburg auf die leichteren Standorte ausgedehnt worden,  die vom Bodenausgangsmaterial her ein eingeschränktes Bindungsvermögens für Nährstoffe haben und arm an Kalium, Magnesium und Schwefel sind. Um eine ausreichende Ernährung der Pflanzen zu gewährleisten, muss üblicherweise regelmäßig und bedarfsgerecht gedüngt werden.

Grundlage einer bedarfsgerechten Düngung ist eine möglichst aktuelle Bodenuntersuchung. Ist der Status bekannt, sollte unter Berücksichtigung des hohen N- und K- Bedarfes beim Raps über die Düngenotwendigkeit einzelner Nährstoffe entschieden werden. Werden Mehrnährstoffdünger eingesetzt, sollte die Verteilung der Nährstoffe zur Vermeidung von Antagonismen darauf abgestimmt sein. Bei Einsatz organischer Dünger ist neben einer gleichmäßigen Verteilung eine genaue Kenntnis der Nährstoffgehalte unabdingbar. Oft erreichen heute gerade die in flüssigen organischen Düngern (Gülle, Gärreststoffe) genannten Werte nicht die als Richtwerte im Land benannten Größenordnungen. Zudem sind diese Dünger oft einseitig kali- und ammoniumbetont und magnesiumarm. Weiterhin muss neben dem Gesamtnährstoffgehalt der Verfügbarkeit der Nährstoffe höheres Augenmerk geschenkt werden. Wir wissen heute, dass Magnesium und Schwefel über eine schlechte Löslichkeit in den organischen Düngern, insbesondere in Gärreststoffen, verfügen.

Grundvoraussetzung für hohe Erträge ist eine optimale Herbstentwicklung. Eine angepasste Versorgung mit Stickstoff und Phosphat ist hierfür ebenso notwendig wie die Förderung der optimalen Winterfestigkeit durch einen ausreichenden K-Gehalt in den Pflanzen. Soll dieser nennenswert erhöht werden, sind mindestens 100-120kg K2O/ha als Herbstapplikation erforderlich. Kalium und Magnesium verbessern neben der Winterhärte vor allem die Wassernutzungseffizienz  und Wurzelbildung der Pflanzen. Um die ausgezeigten Nährstofflücken bei Einsatz organischen Dünger zu schließen, ist eine mineralische S-Düngung im Herbst in Höhe von 10 kg S /ha zu empfehlen. Im Frühjahr ist hier neben einer angepassten N-Düngung (Vorwinterentwicklung, Zielertrag) der Einsatz von 2 dt/ha Kieserit zur Deckung des Magnesium- und Schwefelbedarfes anzuraten

 

Fazit:
Standortangepasste Grunddüngung zu Raps sichert hohe Erträge und Stabilität im Anbau auch auf leichten Standorten. Bei der Düngerauswahl muss auf ein ausgewogenes Verhältnis von Kalium und Magnesium geachtet werden.


Dr_ Steffen Leidel - Effizient düngen
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