Bodenbearbeitung und Bestandesführung als Risikomanagement im Rapsanbau

von Dr. Stephan Deike, Landberatung GmbH, Wefensleben

Die Rapsanbaufläche hat sich in Deutschland trotz gesunkener Erzeugerpreise auf einem hohen Niveau stabilisiert. Eine Zunahme der Anbauflächen erfolgte in letzter Zeit vornehmlich auf leichten Standorten, die vielfach als Grenzstandorte für den Raps einzuschätzen sind. Dort begrenzen aber die oftmals auftretenden Ertragsschwankungen und die infolge des allgemein niedrigen Ertragsniveaus hohen Stückkosten den wirtschaftlichen Erfolg des Rapsanbaus.

Dem hingegen finden sich auf Standorten, auf denen langjährig intensiv Raps angebaut wurde, zahlreiche andere Probleme. Hier beeinträchtigen oftmals Fruchtfolgepathogene, ein starkes Schaderregerauftreten, Problemunkräuter oder Altraps den Anbauerfolg. In beiden Fällen ist es daher notwendig, Ertragsschwankungen durch eine termingerechte Arbeitserledigung und eine gezielte Bestandesführung zu begrenzen.

 
In den vergangenen Jahren traten erhebliche Schwankungen der Witterungsverläufe im Herbst und Frühjahr auf, die die Ertragsbildung des Rapses zum Teil negativ beeinflussten. Im Hinblick auf den Aussaattermin kann daher geschlussfolgert werden, dass insbesondere der Anteil optimaler Saattermine erhöht werden sollte. Dadurch vereinfacht sich in der Regel die Bestandesführung. Mitunter werden überdies das Auftreten von Schaderregern und die negativen Effekte von Fruchtfolgekrankheiten begrenzt. Dies trägt entsprechend zu einer Stabilisierung der innerbetrieblichen Ertragsergebnisse bei.

Sowohl im Herbst als auch im Frühjahr kann der Landwirt aktiv die Vitalität und die Bestandesarchitektur seines Rapses beeinflussen. Neben einer ausgewogenen Düngung tragen vor allem die Fungizid- und Insektizidanwendungen zum erfolgreichen Rapsanbau bei. Grundlage hierfür ist in jedem Fall eine intensive Bestandesbeobachtung. Ferner muss eine schlagkräftige Durchführung der anstehenden Maßnahmen gewährleistet sein. Bestandesregulierende und fördernde Maßnahmen sind hierbei besonders in geschwächten oder dünnen Beständen sinnvoll. Diese Behandlungen helfen in vielen Fällen zudem, Ertragschwankungen durch witterungsbedingten Stress oder latenten Befall mit Fruchtfolgepathogenen zu begrenzen.


Vortrag Stephan Deike
PDF-Download