Durch Bodenbearbeitung und Ackerhygiene Durchwuchs, Krankheiten und Schädlinge minimieren

von Detlev Dölger, Hanse Agro - Beratung & Entwicklung GmbH

Die Herausforderungen im Rapsanbau nehmen zu. Nicht zuletzt durch das Verbot des Einsatzes der Neonicotinoid-Beize. Dadurch wächst die Bedeutung der Ackerhygiene in Zusammenhang mit den Möglichkeiten der Bodenbearbeitung.

Einen zentralen Punkt nimmt auf einigen Standorten die Bedeutung des Durchwuchsrapses ein. Hier ist einerseits zu erkennen, dass dieses durch eine lange Anbautradition in Kombination mit enger Rapsfruchtfolge bedingt ist. Andererseits erweckt sich der Eindruck, dass Standorte mit jüngerer Rapstradition, aber ebenfalls enger Anbaufolge zunehmende Probleme aufweisen. Dieses ist regelmäßig auf einen unzureichenden Umgang mit Ausfallraps zurückzuführen.

Entsprechend wird mit Schwerpunkt dieses Thema behandelt, um verbesserte Lösungswege aufzuzeigen

  • zur Vermeidung der Entstehung von Durchwuchsraps
  • zum Umgang mit vorhandenem Durchwuchsraps

Im Herbst wurden durch die Hanse Agro umfangreiche Versuche angelegt, die sich mit beiden Bereichen auseinandersetzen. Dieses ist umso notwendiger, wie Praktiker das Clearfield-Raps Anbausystem wählen für eine sichere Durchwuchsrapskontrolle. Wird allerdings der Clearfield-Ausfallraps nicht sicher eliminiert, setzt sich das Problem entsprechend fort. Die Notwendigkeit einer sicheren Kontrolle ist also vom Anbausystem unabhängig.

 
Ein erfolgreicher Rapsanbau ist auch von weiteren Faktoren abhängig die durch Bodenbearbeitung und Feldhygiene beeinflusst werden.

Gerade der Umgang mit der Stoppel nach dem Rapsdrusch ist ein wesentlicher Baustein der Feldhygiene. Phoma fliegt nach entsprechender Reife von den Stoppeln auf die Neuansaaten und sorgt so für die Erstinfektion. Zudem bilden die Rapspflanzen der Rapsstoppel auch die Brücke für Schädlinge wie Kohlfliege und die Erdflöhe. Die Auswirkungen direkter Nachbarschafen konnten im Herbst 2014 durch den Schädlingsfraß teilweise an Pflanzenverlusten der Neuansaaten festgemacht werden, wenn die Ausfallrapspflanzen nicht zeitig beseitigt wurden.

Raps und Zuckerrüben erfordern besondere Aufmerksamkeit, was den Umgang mit Ausfallraps und die Unterbindung einer Nematodenvermehrung an Rapswurzeln betrifft.

Im Zuge einer schmaleren Pflanzenschutzpalette und zunehmender Resistenzen finden sich hier wichtige Elemente eines Rapsanbaus.

Zudem bleibt der Umgang mit der Kohlhernie ein wesentlicher Faktor. Bisher stützt sich die Sortenwahl für von Kohlhernie befallene Flächen auf eine einheitliche Resistenzgenetik. Umso wichtiger ist auch hier die Begleitung des Anbaus durch ein hygienisch sicheres Verfahren.

Der Rapsanbau insbesondere bei engerer Stellung in der Fruchtfolge wird auch in Zukunft nur erfolgreich bleiben, wenn durch Bodenbearbeitung und Hygiene Problembereiche sicher gemanagt werden.


Vortrag Detelv Doelger
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