Mit welchem Rapspreis müssen wir 2015 kalkulieren ?

von Werner Schmid, LEL Schwäbisch Gmünd

Die Ölsaatenmärkte präsentieren sich Ende Januar 2015 weiter gut versorgt. Die Januarschätzung des USDA (amerikanisches Agrarministerium) weist zum Teil deutlich steigende Endbestände, sowohl bei Soja und Raps als auch bei Palmöl aus. Die fundamentalen Daten sprechen in Summe eher dafür, dass die Preise für Soja und Raps im laufenden, möglicherweise aber auch im kommenden Wirtschaftsjahr 2014/15, nur wenig Spielraum noch oben haben könnten.

Die aktuelle Situation ist mit einer der Gründe dafür, dass die Sojakurse in den USA zuletzt unter die 1000 Cent-Marke fielen. Auch die Rapskurse, die sich bis zuletzt sehr robust zeigten, beginnen derzeit nachzugeben. So verlor der Februartermin in nur 2 Tagen am 26. und 27. Januar 2015 gut 10 €/t und fiel unter die 350 €-Marke. Ein tragender Grund für die bisherigen stabilen Kurse von Raps ist sicherlich die anhaltende Schwäche des Euro gegenüber dem US-$, der Währung, in welcher weltweit Agrarprodukte gehandelt werden. Seit der Ernte 2014 verlor der Euro gegenüber dem US-$ gut 16% an Wert. Bekam man im August für einen Euro noch 1,34 US-$ so sind es Ende Januar 2015 gerade noch 1,12 US-$. Betrachtet man die Märkte vor diesem Hintergrund sollte ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob man im Rahmen des betrieblichen Risikomanagements Restmengen von noch im Lager liegenden Rapses der Ernte 2014, aber auch Raps der neuen Ernte, Zug um Zug in die Vermarktung bringen sollte.


Vortrag Werner Schmid
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