Neue Herausforderungen an die N-Düngung zu Raps – Potenziale N-stabilisierter Dünger

von SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH

In zunehmenden Maß wird Stickstoff als Problem im gesellschaftlich-politischen Kontext diskutiert. Unter Berücksichtigung der Vorteile, die mit einer Stickstoffdüngung verbunden sind, werden zunehmend N-Verluste wie Nitratauswaschung oder gasförmigen
N-Emissionen betrachtet. Mit negativen Effekten, die mit reaktivem Stickstoff verbunden sind, beschäftigen sich die vom Umweltbundesamt im Dezember 2014 veröffentlichte Studie „Reaktiver Stickstoff in Deutschland – Ursachen, Wirkungen, Maßnahmen“ und das im Januar 2015 vom Sachverständigenrat für Umweltfragen vorgestellt Sondergutachten „Stickstoff: Lösungen für ein drängendes Problem“. Obwohl die Gesamt-N-Effizienz in der Landwirtschaft in Deutschland im Zeitraum 1990-2012 von rund 35 auf knapp 50 % gestiegen ist, gilt es die zur Verfügung stehende Menge an N noch zielgerichteter und so effizient wie möglich einzusetzen. Dies erhöht die Umweltverträglichkeit, entspricht den gesetzliche Vorgaben und bietet ökonomische Vorteile. Besondere Anforderungen an die
N-Düngung zu Raps resultieren auch aus der Treibhausgas-Minderungspflicht bei Biokraftstoffen, da ein erheblicher Teil der Treibhausgasbilanz im Rapsanbau mit Stickstoff verbunden ist. Neben den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stellt vor allem der Klimawandel die Düngungspraxis vor große Herausforderungen.

Die neuen Festlegungen der in der Novellierung befindlichen Düngeverordnung sind zukünftig bei allen Düngungsmaßnahmen zu berücksichtigen.

N-stabilisierte Dünger mit Nitrifikationsinhibitoren der ALZON®-Palette, sowie auch der
N-Stabilisator für organische Dünger PIADIN® tragen zur Reduzierung von N-Verlusten und damit zur Sicherung von hohen und stabilen Erträgen bei. Dies ist gleichzeitig mit einer verbesserten Dünger-N-Effizienz verbunden. Durch Nitrifikationsinhibitoren wird gezielt die Nitrifikation von Ammonium zu Nitrat zeitlich verzögert ohne das weitere Bodenleben zu beeinflussen. Damit sinkt das Risiko der Nitratauswaschung um 35…70 %. Ebenso werden Lachgas-Emissionen, die nach einer N-Düngung auftreten können, um 40…60 % gesenkt. In einem ersten Feldversuch mit Winterraps, der vom Lehrstuhls für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der TU München 2014 durchgeführt wurde, konnte sogar eine Verringerung der Lachgasfreisetzung (Messzeitraum März…September) von bis zu 80 % nachgewiesen werden. Die Untersuchungen werden fortgesetzt, um dann konkrete Empfehlungen abzuleiten.

Gerade in Rapsanbau trägt neben dem Stickstoff auch eine bedarfsgerechte Schwefelversorgung zur Sicherung hoher Erträge bei. Entsprechend können bei unzureichender S-Versorgung besonders für schwefelhaltige, N-stabilisierte Dünger Ertragsvorteile zwischen 2…5 % und mehr nachgewiesen werden. In N-stabilisierten Düngungssystemen haben sich Strategien mit einer bedarfsabhängigen Herbstdüngung von 40…60 kg N ha-1 kombiniert mit 100…140 kg N ha-1 im Frühjahr sowie von Einmalgaben schon ab Terminen vor Vegetationsbeginn in Höhe von 120…200 kg N ha-1 bewährt. Ebenso möglich ist eine 2-geteilte N-Gabe ab diesem Zeitpunkt, bei der nach einem konventionellen S-haltigen N-Dünger wenige Tage später ein ALZON®-Dünger (>80 kg N ha-1) appliziert wird.

Neue technische Entwicklungen wie z.B. Einzelkornsaat und Unterfußdüngung von N-stabilisierten ALZON®-Düngern können zukünftig Ertrag und Dünger-Effizienz zusätzlich steigern.

Insgesamt helfen N-stabilisierte Dünger den N-Aufwand zu reduzieren, den Ertrag abzusichern und THG-Bilanz erheblich zu verbessern.


Vortrag Michael Fuchs
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