Aktuelles zum Pflanzenschutz im Raps 2015

von Natascha Droste, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

1) Aktuelle Bestandsentwicklung und erste Maßnahmen

• Regional zum Teil nassen Bodenbedingungen führten auf einigen Flächen zu einer verspäteten

Aussaat oder vereinzelt sogar zu einem Aussaatverzicht

• Der goldene Herbst 2014 führte dazu, dass trotz vereinzelt nicht optimalen Startbedingungen

der Raps sich dennoch passend vor Winter entwickeln konnte. Waren die Startbedingungen

günstiger führte das anhaltend wüchsige Wetter zu üppigen Beständen.

2) Rapsanbau ohne insektizide Beize

• Nachdem mit Wirkung zum 01.12.2013 die Zulassung der Wirkstoffe Clothianidin, Thiamethoxam

und Imidacloprid als Beize in Raps ausgesetzt wurde, wurde erstmalig im letzten

Herbst großflächig Raps ohne insektiziden Beizschutz ausgedrillt.

• Nach Jahren ohne großes Erdflohaufkommen wurde im letzten Herbst vermehrt über

massive Schäden berichtet. Letztendlich bleibt festzuhalten, dass nicht der Verlust der

Beize zu vermehrtem Auftreten geführt hat, sondern das Käfervorkommen jahresbedingten

Schwankungen unterliegt und zudem die Witterungsbedingungen im vergangenen

Herbst oftmals optimal für die Käferbiologie war. Auch mit Beize zeigten die Versuche,

dass nur eine gezielte Anwendung von Pyrethroiden einen sicheren Bekämpfungserfolg

bringt. Wer frühzeitig die Gelbschalen zur Aktivitätskontrolle in den Beständen hatte,

konnte auch dieses Jahr mit einer gut terminierten Insektizidapplikation das Problem in

den Griff bekommen.

• Regional war zudem ein vermehrtes Auftreten der Larve der Rübsenblattwespe zu beobachten,

welche zusätzlich zu Blattverlusten führte, ebenfalls aber durch Pyrethroide sicher

zu erfassen war.

• Die Kohlfliegen zeigte sich 2014 nur vereinzelt und machte keine größeren Probleme.

• Rapsanbau ohne insektizide Beize ist unter Berücksichtigung ackerbaulicher Maßnahmen

(Vermeidung von Frühsaaten, Ackerhygiene) und Beachtung der Schädlingsbiologie

erfolgreich möglich. Auch aus Resistenzmanagementgesichtspunkten sind Phyrethroidanwendungen

auf das notwendige Maß zu begrenzen. Erste Minderwirkungen

sind aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bekannt.

3) Pilzkrankheiten

• Der Herbst 2014 war stellenweise günstig für Phomainfektionen. Generell wurde aber nur

ein milder Druck in den Flächen beobachtet. Wachstumsregler-/Fungizidmaßnahmen waren

vielfach gut platziert, um die jungen Blätter zu schützen, so dass gesunde Bestände

in den Winter gingen. Ob eine gezielte Phomabekämpfung im Frühjahr notwendig ist, ist

schwer zu prognostizieren. Die Maßnahme muss flexibel witterungsabhängig geplant

werden.

• Um die Problematik mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln im Bienenbrot und Honig

in den Griff zu bekommen wird die Applikation über Dropleg-Düsen in der Blüte versuchstechnisch

verfolgt.

• Ergebnisse aus dem FitBee-Projekt zeigen, dass sich über diese Technik die Belastung

mit Pflanzenschutzmitteln auf dem Rapspollen deutlich reduzieren lässt, welches eine

geringere Eintragungsrate in den Bienenstock zu Folge hat.

• Ein erster einjähriger Versuch der Landwirtschaftskammer zeigt, dass die Technik durchaus

praktisch umsetzbar ist, die Ertragseffekte der Blütenspritzung aber im 2014 unter

denen der konventionellen Applikation blieb. Ein Einfluss auf den Sclerotiniabefall konnte

auch aufgrund des geringen Befallsdrucks nicht abgeleitet werden. Weitere Versuche

müssen hier folgen.


Vortrag Natascha Droste
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