MSL-Hybriden machen mehr Masse

Hybridsorten zeichnen sich gegenüber Liniensorten durch eine höhere Vitalität in der Vorwinterentwicklung aus. Sie führt zu verbessertem Spross- und Wurzelwachstum im Herbst und erhöht damit die Ertragssicherheit des Winterrapses besonders unter widrigen Bedingungen.

Vergleich Wurzel- und Sprossmasse zwischen Liniensorten und MSL-Hybriden bei Spätsaat
 Vergleich Wurzel- und Sprossmasse zwischen Liniensorten und MSL-Hybriden bei Spätsaat
Zweijährige Spätsaatversuche der Landesforschung Mecklenburg-Vorpommern zeigen mit 30 % mehr Wurzelmasse und 19 % mehr Sprossmasse den heterotischen Vorteil im Massenwachstum bei Hybriden im Winterraps. In diesen Versuchen wurde ein Mehrertrag von 10 % gegenüber den Liniensorten erzielt.

  

Unter normalen Aussaatbedingungen können MSL-Hybriden ca. 25 bis 35 % mehr Pflanzentrockenmasse bilden. Dies belegen auch die Saatzeitenversuche vom 18. August 1995 und 20. August 1996 der LFA Biestow (Schulz,1997).  

  

In der Wurzel liegt die Kraft

Exaktversuche am Institut für angewandte Agrarökologie in Groß Lüsewitz erbrachten, dass bei Messungen in 1,2 m Bodentiefe die Saugspannung im Wurzelraum von Hybridsorten größer ist als bei Liniensorten. Die umgerechneten Hektarerträge betrugen für die geprüfte Liniensorte 29,7 dt/ha Korn und 112 dt/ha Stroh. Die MSL-Hybridsorte erreichte  38,6 dt/ha Korn- und 144 dt/ha Strohertrag.

 

Vergleich von MSL-Hybriden und Liniensorten bei Tensiometermessungen unter Winterraps
 Vergleich von MSL-Hybriden und Liniensorten bei Tensiometermessungen unter Winterraps
Die vergleichenden Untersuchungen zeigen, dass MSL-Hybriden eine deutlich höhere Saugspannung an den Wurzeln ausüben. Sie haben aufgrund ihres kräftigeren Wuchses ein höheres Aneignungsvermögen für Wasser und Nährstoffe.

 

Während der wichtigen Samenbildungs- und Abreifephase ist der Saugspannungsdruck bei Hybriden besonders hoch. Mit dem größeren Trockenmassebildungsvermögen und der verbesserten Ertragsstruktur verfügen Hybriden auch über ein höheres Ertragspotenzial.

 

Untersuchungen zum Ertragsaufbau der LWK Hannover konnten zeigen, dass in den Landessortenversuchen 1998 rund 10 bis 15 % mehr Blüten und damit mehr Schoten ertragswirksam ausgebildet wurden.