Mit Strategie zu mehr Ertrag

Ist eine Rapsbehandlung mit wachstumsregelnden Fungiziden notwendig? Wirkung von Maßnahmen in Winterraps im Herbst bzw. im Frühjahr.

Herbstbehandlung

1) Vermeidung von Ertragsausfällen durch frühe Phoma-Infektionen
Die Behandlungstermine richten sich nach den Niederschlägen. Feuchte Phasen im frühen Jugendstadium des Winterrapses begünstigen den Sporenflug und die Infektionswahrscheinlichkeit. Auch kühle Regenperioden ab Oktober bis in den Winter können Phoma-Infektionen fördern. Es ist zu überlegen, die erste Behandlung nach der ersten intensiven Feuchtephase auszurichten und zu wiederholen, wenn nach ca. vier Wochen oder später eine weitere Infektionsphase vorliegt.

2) Vermeidung von zu starker Herbstentwicklung
Die Herbstwitterung kann je nach Jahr zu einer starken Jugendentwicklung führen. Mehr als 10 bis 12 Laubblätter und ein Sprosswachstum sollten vermieden werden. Eine Behandlung ist nötig, sobald ein Überwachsen absehbar ist. Je früher der Winterraps mit Metconazol oder Tebuconazol behandelt wird (z.B. 4- bis 6-Blattstadium), desto wirksamer ist die Wachstumsbremse und desto kleiner sind die benötigten Aufwandmengen. Zudem ist kräftiger Winterraps kurz vor dem Überwachsen schwerer zu stoppen. Bei frühen Anwendungen besteht die Option auf eine zweite Stopp-Behandlung, was z.B. bei Frühsaaten sinnvoll sein kann. Warmes, wüchsiges Wetter fördert die Wirkung der Wachstumsregler.

3) Verbesserung der Winterfestigkeit

Pflanzenschutz im blühenden Rapsbestand

Viele Beobachtungen zeigen, dass Rapsbehandlungen im Oktober Vorteile bei der Überwinterung bringen.
Ein positiver Nebeneffekt ist ein verbessertes Wurzelwachstum. Speziell bei harten Wintern werden die Pflanzenverluste im Winterraps reduziert und die Vitalität im Frühjahr erscheint höher.

 

 

4) Vermeidung von Pilzinfektionen
Lange nasse Winter und ausgeprägte Regen-/Feuchteperioden zu Vegetationsbeginn begünstigen den Pilzbefall (Phoma, Botrytis, Cylindrosporium). Sie sind erneut Kriterien für eine frühe Fungizidbehandlung der Bestände.
In langen trockenen Wintern (abgefrorene Blätter) und bei spätem Vegetationsbeginn kann ein Wiederergrünen und Schossen des Winterrapses abgewartet werden, sofern keine Krankheiten erkennbar sind. Spätere Regenperioden oder eine Wachstumsregulierung bestimmen dann den ersten Behandlungszeitpunkt.
Ist das Frühjahr durch sehr lange kühle Regenperioden geprägt, kann auch eine zweite Frühjahrbehandlung sinnvoll sein.

5) Wachstumsregulierung im Frühjahr
Dichte Rapsbestände, nährstoffreiche Böden, weniger standfeste Sorten und eine wüchsige bzw. feuchte Frühjahrswitterung sind Kriterien für eine Wachstumsregulierung im Frühjahr. Wie bereits im Herbst gilt auch hier: Je eher die Triazolmengen gegeben werden, desto stärker ist die Wirkung. Mit einer frühen Behandlung bleibt außerdem die Option, bei sehr wüchsigen Bedingungen eine zweite Behandlung nachzulegen und damit Lager im Winterrapsbestand zu vermeiden.