Bienenschutz im Raps verbessern
Bei der Bestandesführung im Winterraps muss auch immer der Bienenschutz beachtet werden. Ein gutes Nektar- und Pollenangebot von Rapspflanzen sichert nicht nur die Bienenbestände und die Rapshonigherstellung, sondern leistet auch einen Beitrag zur gleichmäßigen Bestäubung von Rapsbeständen.
Rapspflanzen haben in weiten Teilen Europas eine enorme Bedeutung als Trachtpflanzen für die Honigbiene. Das Nektarangebot dient der Eigenversorgung des im Frühjahr sich dynamisch entwickelnden Bienenvolkes, ermöglicht unter optimalen Witterungsbedingungen aber auch gute Rapshonigernten. Das Pollenangebot ist von Bedeutung für den Aufbau der Bienenpopulation nach der Auswinterung und sichert eine gute und gesunde Entwicklung von Bienenvölkern.
Nektar- und Pollenangebot
Über mehrere Jahre wurden vom Bieneninstitut Celle neue Winterrapshybriden und Liniensorten auf Unterschiede im Pollen- und Nektarangebot der Blüten untersucht. Die restaurierten Winterrapshybriden sowie die Liniensorten weisen pro Blüte nach den vorliegenden Daten ein genauso gutes Pollenangebot und ein vergleichbar gutes Nektarangebot auf, wie die Liniensorten LIRAJET und EXPRESS (s. Artikel "Reichlich Bienennahrung".
Falls es nicht zu der gewünschten Honigernte bzw. der erwarteten Entwicklung der Bienenvölker in der Rapstracht kommt, sind andere Faktoren denkbar. So ist bekannt, dass insbesondere bei relativ trockener Witterung und Ostwind die Nektarsekretion stark reduziert ist.
Pflanzenschutzmittel
Nicht unberücksichtigt bleiben darf bei der Beurteilung von Völkerentwicklung und Rapstracht der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Winterraps. Die Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel muss streng nach dem Pflanzenschutzgesetz inkl. der Bienenschutz-Verordnung erfolgen. Obwohl die Bienenschutz-Verordnung und die damit geregelten Untersuchungen im Rahmen des Zulassungsverfahrens sowie die Anwendung der Pflanzenschutzmittel einen relativ hohen Schutz der Bienen sichert, kann es zu Schäden an Bienen und Bienenvölkern kommen. Werden nicht bienengefährliche Pflanzenschutzmittel im Winterraps in höheren als den zugelassenen und geprüften Aufwandmengen resp. Konzentrationen angewendet, gelten diese aufgrund dieses Tatbestandes als bienengefährlich.
Viele Insekten, welche die Zielorganismen bei der Anwendung von Insektiziden sind, sind sehr nahe verwandt mit der Honigbiene. Es ist bei der Dosierung von Insektiziden oft nur ein schmaler Grad zwischen Tötung des Zielorganismus und dem Schutz der Biene. Ebenfalls werden in diesem Zusammenhang mögliche Auswirkungen von Saatgutbeizungen diskutiert.
Wenn aus fachlicher Sicht zum Schutz der Pflanzen sowohl ein Fungizid als auch ein Insektizid in einer Kultur ausgebracht werden müssen, werden diese häufig in einer Tankfüllung kombiniert ausgebracht. Tankmischungen von nicht bienengefährlichen Pflanzenschutzmitteln können eine Gefahr für Bienen darstellen. Die Kombinationen einiger Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide mit einer speziellen Gruppe von Fungiziden dürfen erst nach Beendigung des Bienenfluges bis 23.00 Uhr im Winterraps ausgebracht werden. Bei nicht Berücksichtigung dieser Einschränkung und / oder nicht sachgerechter Anwendung kann es zu Bienenschäden kommen. Hier sind sowohl additive als auch synergistische Effekte denkbar.
Bestäubung
Wind und Berührung spielen bei der Bestäubung von Raps eine Rolle. Untersuchungen und Erfahrungswerte haben aber auch gezeigt, dass der Biene keine unbedeutende Rolle bei der Bestäubung zukommt. Insbesondere in der Rapsvermehrung (Saatgutproduktion) scheint man auf die Honigbiene angewiesen zu sein. Außerdem führt die zügige, gerichtete Bestäubung durch die Biene - relativ zeitnah nach dem Öffnen der Blüten - zu einer gleichmäßigen Befruchtung und Abreife.
Rapshonig
Der Rapshonig ist der häufigste Sortenhonig in Deutschland. Rapshonige weisen ein mild-süßes Aroma auf. Der auskristallisierte Honig ist hellbeige bis nahezu weiß. Aufgrund des relativ hohen Glucosegehaltes kristallisiert Rapshonig aus und wird in cremiger, feinkristalliner Konsistenz angeboten. Die Untersuchungsparameter Sensorik, elektrische Leitfähigkeit, Zuckerspektrum, Fructose/Glucose-Verhältnis und Pollenanalyse ermöglichen es, Rapshonige deutlich von anderen Honigen zu unterscheiden.
Dr. Werner von der Ohe, LAVES - Institut für Bienenkunde


