Lebensraum Raps – was fliegt denn da?

Rapsfelder bieten vielfältige Lebensräume für unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten. Zur Rapsblüte sind neben den bekannten Nützlingen (z.B. Bienen und Hummeln) und Schädlingen (z.B. Rapsglanzkäfer, Kohlschotenrüssler oder Kohlblattlaus) auch viele nicht so bekannte Insekten im Raps zu finden. Zwei davon möchten wir Ihnen hier einmal kurz vorstellen.

Märzfliege, Bibio marci
Die Märzfliege (Bibio marci)

Obwohl es sich biologisch um Mücken handelt, werden diese Insekten wegen ihres Aussehens als Märzfliegen bezeichnet. Die Märzfliegen ernähren sich unter anderem vom Nektar der Rapsblüten  und unterstützen so die Befruchtung. Sie stechen nicht und sind harmlos. Zwischen April und Juni können sie häufig in Schwärmen im Raps gesehen werden. Die Larven ernähren sie sich hauptsächlich von Kot und von verrottenden Pflanzenteilen im Boden.

 

 

Die Mistbiene (Eristalis tenax)

Die Mistbiene
Die Mistbiene gehört biologisch zu den Schwebfliegen. Sie gehört zu den häufigsten Schwebfliegenarten und kann bis knapp 2 cm groß werden. Mistbienen ernähren sich vom Nektar verschiedenster Blütenpflanzen und können so auch einen Beitrag zur Bestäubung leisten. Der Name Mistbiene leitet sich von den Larven ab, die sich massenhaft in schlammigen Tümpeln und faulendem, sauerstoffarmem Wasser (auch Jauche- und Sickergruben) entwickeln können. Sie filtern schmutziges Wasser und tragen somit auch zur Klärung von Abwässern bei. Die sogenannten Rattenschwanzlarven sehen allerdings unansehnlich  aus und können plagen, wenn sie sich zur Verpuppung ausgerechnet ein trockenes Plätzchen in Haus, Hof oder Garten aussuchen. Die Mistbiene selbst ist völlig harmlos.

09.05.2016 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH (Fotos: R. Kahl)