RAPOOL-Sorten ganz vorne im DLG-Raps-Anbauvergleich

Auf den DLG-Feldtagen 2012 in Bernburg wurde wieder ein Europäischer Anbauvergleich von Winterraps durchgeführt.

Winterraps ist für mitteleuropäische Marktfruchtbetriebe eine der wichtigsten Kulturen. Einerseits lockert er als Blattfrucht die getreidebetonten Fruchtfolgen auf, andererseits sind die gute Mechanisierbarkeit und die aktuellen attraktiven Erlöse gewichtige Gründe für den Anbau.
Acht Teilnehmer aus fünf Ländern stellten sich der Herausforderung mit dem Ziel, das beste betriebswirtschaftliche Ergebnis zu erzielen.
 

Aussaat, Bestandesführung und Erträge
Die Teilnehmer hatten bei der Wahl der Sorte, Saatstärke sowie bei Düngung und Pflanzenschutz die Entscheidungsfreiheit, während die Saatbettbereitung, der Saattermin sowie die Insektizidbehandlungen aus versuchstechnischen Gründen einheitlich waren. Vorfrucht auf der Fläche war Hafer. Der Standort hat eine Bodenwertzahl von 87 und ca. 511 mm Jahres-Niederschlag im Durchschnitt.

Die Aussaat erfolgte nach konservierender Bodenbearbeitung am 30. August. Die Teilnehmer konnten zwischen Drill- und Einzelkornsaat wählen. Die Saatstärke variierte zwischen 25 und 40 kf. Kö/m². Wachstum und Entwicklung der Rapspflanzen verlief unter recht günstigen Bedingungen. Aufgangsraten von 74 bis 94 % führten zu 21 bis 30 Pflanzen/m².

Die acht Verfahren wurden in jeweils vier Wiederholungen geprüft. Die Netto-Erntefläche betrug 16 m². Störeffekte durch Nachbarzellen verhinderte der Kerndrusch. Kornertrag, Ölgehalt und Ölertrag wurden auf 9 % Feuchte umgerechnet. Die statistische Analyse erfolgte ohne die Daten der Demo-Parzellen. An der Spitze im Kornertrag lagen die Franzosen mit einen Ertrag von 60,8 dt/ha mit der Sorte Sherpa (RAPOOL). In der Tabelle sind die verschiedenen Ertragszahlen und Qualitätsparameter sowie die Preise dargestellt.

Teilnehmer Sorte Saatmenge Aufgang Ertrag Öl Preis
    kf. Kö/m² Pfl./m²  dt/ha* % €/dt**
LLFG (D) Sherpa 30 23,3 58,5 49,2 59,40
lfBP (D) Sherpa 30 24,5 55,4 49,8 59,80
Hanse Agro (D) Sorte 1 + Sherpa +
Sorte 2
25 23,6 57,0 50,0 59,80
FH Anhalt Visby 35 28,1 56,4 46,8 57,40
SPZO (CZ) Sherpa 40 29,6 59,2 48,5 58,80
CETIOM (F) Sherpa 40 30,3 60,8 48,4 58,70
Svensk Raps (S) Avatar 40 30,5 58,1 50,2 60,10
MODR (PL) Sorte 1 25 21,4 54,9 49,6 59,60

* bei 91% TS; ** Preisermittlung nach Ölmühlenbedingungen, Preisbasis 510 €/t

Was können die Ursachen für diese Unterschiede sein? Ein Hinweis ergibt sich aus der Pflanzendichte, die im Herbst (ggf. auch sortenbedingt) zwischen 21 und 30 Pflanzen/m² schwankte. Tendenziell stiegen die Erträge mit zunehmender Pflanzendichte an. Dieser Zusammenhang bestätigt sich auch, wenn man nur die vier Verfahren vergleicht, in denen die Sorte Sherpa angebaut wurde. Die Vergleiche der Pflanzendichte zu Ölgehalt und TKG lassen keine Beziehungen erkennen. Die Wahl des Saatverfahrens hatte keinen Einfluss auf den Kornertrag. Bei der N-Düngung zeigt sich, dass bereits mit 155 kg N/ha das mittlere Ertragsniveau des Versuches erreicht wurde. Eine weitere Steigerung der Aufwandmenge führte in der Tendenz zu keiner weiteren Ertragssteigerung. Gleiches gilt für den Pflanzenschutz.

RAPOOL-RING GmbH, Januar 2013 (Quelle: DLG-Mitteilungen, November 2012)