Sommerraps - Düngung
Durch die verkürzte Vegetationszeit reagiert Sommerraps empfindlicher als Winterraps auf Stressfaktoren. Diese Tatsache fordert eine angepasste optimale Nährstoffversorgung der Pflanzen.
Ein gut entwickelter Sommerrapsbestand hat durchaus ein Ertragspotenzial von 30 – 40 dt/ha, vereinzelt sogar darüber. In der Praxis liegt der Ertrag jedoch meistens wegen verschiedener Gründe wie mangelnder Wasserversorgung, Hitze oder Schädlingsbefall deutlich darunter. Dies erschwert die Bemessung der Nährstoffversorgung. Der Sommerraps ist wegen seiner kürzeren Vegetationszeit und des flacheren Wurzelsystems auf eine gute Nährstoffverfügbarkeit angewiesen. Der pH-Wert orientiert sich an dem für Winterraps. Für Erträge um 30 dt/ha müssen etwa 70 kg/ha P2O5, 160 kg K2O und 50 kg/ha MgO aus dem Bodenvorrat und über die Grunddüngung zur Verfügung gestellt werden.
Der Stickstoffbedarf beträgt etwa 5 – 6 kg N je dt Ertragserwartung. Es bietet sich daher eine Gabe von 80 - 100 kg N/ha zur Aussaat sowie eine 2. Gabe von 40 kg N/ha in der Streckungsphase an. Bei hoher Ertragserwartung kann eine zusätzliche N-Gabe von 10 – 20 kg/ha auch in Kombination mit einer Pflanzenschutzmaßnahme erfolgen. Die N-Versorgung kann vollständig oder teilweise auch mit Gülle erfolgen. Bis zu 20 m³ können problemlos bereits vor der Aussaat in den Boden eingearbeitet werden, für eine Gülledüngung während der Jugendphase (bis zur Knospenbildung) sollte die Menge 10 – 15 m³ nicht übersteigen, um die jungen Rapspflanzen nicht zu unterdrücken.
Die Schwefeldüngung gewinnt an Bedeutung, seitdem sich die Schwefeleinträge aus der Atmosphäre deutlich verringert haben. Gaben von 20 – 30 kg S/ha (1 kg S je dt Ertragserwartung) beugen der Gefahr von Schwefelmangel vor. Im Gegensatz zu Stickstoffmangel, der zuerst an den älteren Blättern auftritt, äußert sich Schwefelmangel meist zuerst an den jüngsten Blättern (Aufhellung vom Rand her). Hellgelbe bis weiße Blütenblätter sind Symptome von akutem Schwefelmangel, hierauf muss sofort mit einer Blattdüngung (Bittersalz oder Ammoniumsulfat) reagiert werden, um die Ertragsverluste in Grenzen zu halten. Eine ausreichende Bor-Versorgung ist für die Blüte und einen guten Schotenansatz erforderlich.


