Die Preisentwicklung für den EU-Rapsmarkt wird aktuell weitgehend durch die Weltmarkt-Entwicklungen der wichtigsten Pflanzenöle bestimmt. Dies sind die neuesten Trends, die im aktuellen OIL WORLD Monatsbericht detailliert diskutiert werden:
Diese Faktoren hielten die Preise der wichtigsten Pflanzenöle in den letzten drei Monaten innerhalb eines relativ engen Bereichs. Die EU-Rapspreise wurden im Juli/November 2025 ebenfalls in einer ungewöhnlich kleinen Preisspanne von 460–480 € quotiert, verglichen mit 455–525 € im Vorjahr.
Vergleichsweise knappe weltweite Vorräte und relative hohe Preise von Pflanzenölen haben die Attraktivität des Rapsanbaus erhöht. Die Landwirte haben reagiert und die Fläche von Getreide und anderen Feldfrüchten zu Gunsten von Raps reduziert, wodurch die weltweite Rapsfläche im Jahr 2025/26 mit 40,2 Mio. Hektar ein neues Höchstniveau erreicht hat, was einem Anstieg von 1,2 Mio. Hektar gegenüber dem Vorjahr und 7,1 Mio. Hektar gegenüber 2020/21 entspricht. Günstige Wetterbedingungen in den wichtigsten Regionen haben zu einer Erholung der durchschnittlichen Erträge geführt und damit die weltweite Rapsproduktion auf einen neuen Höchststand von 82,9 Mio. Tonnen in dieser Saison gehoben, 6,7 Mio. Tonnen über der ungewöhnlich kleinen Ernte von 76,2 Mio. Tonnen im Vorjahr.
Die diesjährige EU-Rapsernte ist sogar noch größer als ursprünglich erwartet. Neueste offizielle Schätzungen deuten auf eine deutliche Erholung der durchschnittlichen Erträge in Skandinavien hin. OIL WORLD schätzt jetzt die gesamte EU-Rapsernernte in diesem Jahr auf 20,3 Mio. Tonnen, was einem Anstieg von 3,1 Mio. Tonnen über dem Vorjahresniveau entspricht. Hohe Exporte bestätigen die in diesem Jahr hervorragende rumänische Rapsernte von 2,6–2,7 Mio. Tonnen gegenüber nur 1,3 Mio. Tonnen im Jahr 2024. Angeführt von Rumänien verdoppelten sich die EU-Exporte von Raps in Juli/Sept 2025, hauptsächlich ins Vereinigte Königreich und nach Pakistan. Im Gegensatz dazu sanken die EU-Rapsimporte im Juli/Sept 2025 um 35%, insbesondere aufgrund der ukrainische Exportsteuern und sinkender australischer Rapsvorräte.
Die diesjährig deutlich verbesserte Ernte in der EU und vergleichsweise niedrige Preise auf dem Weltmarkt (vor allem in Kanada) werden die Verarbeitung von Raps in der EU im Juli/Juni 2025/26 weiter ansteigen lassen. Ob der Rekord von 25,5 Mio. Tonnen in der Saison 2023/24 erreicht oder sogar übertroffen wird, wird insbesondere durch die noch ausstehende Entscheidung zum Gesetzesrahmen für den Biodieselsektor 2026 in Deutschland entschieden.
ISTA Mielke GmbH –Weltmarktforschungsinstitut, 21077 Hamburg, Langenberg 25, Tel: 040 761050-10 david.mielke@oilworld.de Internet: www.oilworld.de
Die Preise für EU-Raps werden derzeit maßgeblich von den globalen Entwicklungen bei Pflanzenölen beeinflusst. Während Sojaöl und Palmöl von politischen und produktionstechnischen Faktoren geprägt sind, ist das Angebot an Sonnenblumenöl derzeit gering. Die weltweite Rapsproduktion erreicht 2025/26 mit 82,9 Mio. Tonnen einen neuen Höchststand, unterstützt durch größere Anbauflächen und günstige Wetterbedingungen. In der EU stieg die Rapsernte 2025 deutlich, insbesondere in Skandinavien und Rumänien. Die EU-Exporte von Raps haben sich im Sommer 2025 verdoppelt, während die Importe gesunken sind. Die weitere Entwicklung der Rapsverarbeitung in der EU hängt maßgeblich von gesetzlichen Entscheidungen zum Biodieselsektor ab.
Rapooli der Rapsprofi