Aktuelle Marktentwicklung im Raps

ISTA Mielke GmbH –Weltmarktforschungsinstitut, 21077 Hamburg, Langenberg 25,  Tel: 040 761050-10  david.mielke@oilworld.de Internet: www.oilworld.de

 

Nach der beispiellosen Rally im Juli/Juni 2021/22 deuten aktuell hohen Ernteprognosen auf einen weiteren Rückgang der Rapspreise in den kommenden Monaten hin. Der Weltmarkt passt sich derzeit an die veränderte fundamentale Situation an, nachdem in der vergangenen Vermarktungsperiode ein ungewöhnlich knappes Angebot zu teilweise starken Nachfrageeinbußen in preissensiblen Regionen geführt hat.

 

Die Wetterbedingungen in den wichtigsten Anbaugebieten deuten derzeit auf eine signifikante Erholung der weltweiten Rapsproduktion in 2022/23 hin. Steigende Weltmarktpreise und teils hohe Deckungsbeiträge trotz steigender Kosten für die Landwirte – vor allem in Australien und der EU-27 – haben zu einer weiteren Ausweitung der Anbaufläche auf einen neuen Höchststand von 36,9 Mio. ha im Jahr 2022/23 geführt.

 

Während das zu erwartend deutlich verbesserte Angebot in den kommenden Monaten eine gute Nachricht für die Verbraucher von Rapsöl und Rapsschrot ist, scheinen Preiszugeständnisse der Landwirte in wichtigen Exportländern (vor allem Kanada und Australien) unvermeidlich zu sein. Dieser Weltmarkteinfluss wird auch die europäischen Erzeugerpreise unter Druck setzen.

 

Rapspreise von Januar bis August 2022
 Rapspreise von Januar bis August 2022

Die weltweite Produktion von Raps wird in 2022/23 voraussichtlich 73,4 Mio. t erreichen, ein Plus von 1 Mio. t gegenüber der OIL WORLD Schätzung von Mitte Juli und 8,1 Mio. t über dem Vorjahresniveau. Ein solcher Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist beispiellos und spiegelt einen weiteren Anstieg der Anbaufläche und eine Erholung der Durchschnittserträge (vor allem in Kanada) wider. Es gibt jedoch immer noch viele Unsicherheiten, da die Kulturen in Kanada und Australien immer noch anfällig für schlechte Wetterbedingungen sind und die Aussaat in Indien erst Ende 2022 beginnt.

 

Jüngste Ernteberichte bestätigen, dass die Rapsernten in der Europäischen Union und der Ukraine in diesem Jahr größer sind als ursprünglich erwartet. Wir haben unsere Produktionsschätzung für EU-27 um 0,4 Mio. t auf 18,9 Mio. t im Jahr 2022 angehoben (gegenüber 17,4 Mio. t im Vorjahr), wobei der größte Teil der Korrektur in Frankreich erfolgte.

 

Die ukrainische Rapsproduktion liegt über den Erwartungen. Die Erträge stiegen in den ersten beiden Augustwochen weiter an. Für 2022/23 haben wir unsere Schätzung um 0,3 Mio. t auf 3,0 Mio. t angehoben. Es kann aber nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die tatsächliche Produktion sogar das Vorjahresniveau von 3,1 Mio. t erreicht oder sogar überschreitet.

 

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob und wann ukrainischer Raps die Mühlen in den wichtigsten Importländern erreichen wird, wobei Zeitpunkt und Umfang der Erholung der Exporte aus ukrainischen Häfen die wichtigsten Faktoren sind, die es zu beobachten gilt.

 

Das deutlich verbesserte Angebot ebnet den Weg für einen starken Anstieg der Rapsverarbeitung in der EU in dieser Saison. OIL WORLD prognostiziert für 2022/23 eine Verarbeitung von 22,9 Mio. T, ein Plus von 0,9 Mio. t gegenüber dem Vorjahr und praktisch auf dem Niveau von 2020/21. Niedrige Wasserstände auf wichtigen europäischen Flüssen und steigende Energiepreise fordern derzeit jedoch ihren Tribut, reduzieren die Verarbeitungsmargen für die Mühlen und halten die Verarbeitung in der EU unter dem Potenzial.

Sollten sich die aktuellen Prognosen einer weiteren Abschwächung der Rapspreise bewahrheiten, dürfte sich auch die Importnachfrage in Pakistan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mexiko und Japan 2022/23 erholen.

 

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