Aktuelle Prognose zu Rapsschädlingen und -wachstumsreglern (KW 10)

Die „Schädlingssaison“ war bisher verzettelt. In den meisten Regionen Deutschlands gab es keinen oder nur vereinzelten Rüsslerzuflug, trotz einiger vorfrühlingshafter Tage bei allerdings grenzwertigen Temperaturen. Dies wurde von denjenigen bestätigt, die zuvor Gelbschalen aufgestellt hatten.

In den wärmen Regionen Baden-Württembergs und Bayerns und im Rheinland gab es seit Mitte Februar lokal etwas mehr Zuflug.

Diese Woche sind für die Westhälfte Deutschlands deutlich ansteigende Temperaturen gemeldet. Wo die vorhergesagten Werte von um 15 Grad tatsächlich erreicht werden, werden verstärkt Stängelrüssler zufliegen. Stellen Sie Gelbschalen auf, wo noch nicht geschehen und kontrollieren Sie diese nach den schönen Tagen. In höheren Lagen, auf küstennahen Standorten und in fast der gesamten Osthälfte Deutschlands bleibt es dagegen zu kalt, so dass hier nicht mit Zuflug gerechnet werden muss. Im Süden Bayerns wird es allenfalls für mäßigen Zuflug reichen.

Nur an ganz wenigen Standorten im Süden und ganz im Westen können die bereits zugeflogenen Stängelrüssler in den nächsten Tagen Eier ablegen. Der bisherige Zuflug war aber bislang gering. Nur wo die Rüssler-Schwelle in den Gelbschalen bereits erreicht wurde, sollte die Insektizidmaßnahme jetzt erfolgen, falls nicht bereits geschehen. Die Befahrbarkeit der Flächen hat sich inzwischen gebessert. Ansonsten ist der Zuflug mit Gelbschalen weiter zu beobachten.

Wo in dieser Woche erstmals kritische Käferzahlen in den Gelbschalen erreicht werden, ist der Große Rapsstängelrüssler zwar innerhalb weniger Tage eiablagebereit. Für intensive Eiablage reichen die zum Wochenende vorhergesagten Temperaturen aber meistens nicht aus. Eine Behandlung noch in dieser Woche ist nur beim Vorkommen des Rapsstängelrüsslers über der Schwelle im wärmeren Westen notwendig. Werden dagegen nur wenige Stängelrüssler gefangen oder findet der Zuflug erst ab Donnerstag statt, kann noch bis Anfang nächster Woche gewartet werden. Beim Kohltriebrüssler ist der Handlungsspielraum je nach Temperatur ohnehin länger, weil er länger für die Eireife benötigt.

 

Für eine umgehende Behandlung direkt nach Schwellenüberschreitung der Rüssler spricht ein hoher Befall mit Rapserdflohlarven. Sind 60-70% der Blattstiele befallen (Vernarbungen oder Aufplatzungen, im Inneren Larven mit 3 Beinpaaren und schwarzer Kopfkapsel), können jetzt noch kleine Larven (v.a. in spät gesätem Raps) mit erfasst werden.

Das Lagerrisiko ist nach dem äußerst milden Winter bei weit entwickelten Beständen generell erhöht. Bei sehr dichten und wüchsigen Beständen mit weniger standfester Sorte ist über ein Wachstumsregler-Splitting zu entscheiden. Bei der Kombination mit Insektiziden ist auf die Bienenschutzauflage der Tankmischung zu achten. Solange die Nächte frostig bleiben, sollte der Einsatz aber unterbleiben. Phomabefall trat im letzten Herbst nur selten kritisch auf. Nur wo Phoma-Blattbefall augenfällig wurde, sollten Mittel und Aufwandmenge auch auf fungizide Leistung ausgelegt werden. Besonders der milde und sehr niederschlagreiche Februar hat Phoma gefördert.


 

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

In den wärmen Regionen Baden-Württembergs und Bayerns und im Rheinland gab es seit Mitte Februar lokal etwas mehr Zuflug.

Diese Woche sind für die Westhälfte Deutschlands deutlich ansteigende Temperaturen gemeldet. Wo die vorhergesagten Werte von um 15 Grad tatsächlich erreicht werden, werden verstärkt Stängelrüssler zufliegen. Stellen Sie Gelbschalen auf, wo noch nicht geschehen und kontrollieren Sie diese nach den schönen Tagen. In höheren Lagen, auf küstennahen Standorten und in fast der gesamten Osthälfte Deutschlands bleibt es dagegen zu kalt, so dass hier nicht mit Zuflug gerechnet werden muss. Im Süden Bayerns wird es allenfalls für mäßigen Zuflug reichen.

Nur an ganz wenigen Standorten im Süden und ganz im Westen können die bereits zugeflogenen Stängelrüssler in den nächsten Tagen Eier ablegen. Der bisherige Zuflug war aber bislang gering. Nur wo die Rüssler-Schwelle in den Gelbschalen bereits erreicht wurde, sollte die Insektizidmaßnahme jetzt erfolgen, falls nicht bereits geschehen. Die Befahrbarkeit der Flächen hat sich inzwischen gebessert. Ansonsten ist der Zuflug mit Gelbschalen weiter zu beobachten.

Wo in dieser Woche erstmals kritische Käferzahlen in den Gelbschalen erreicht werden, ist der Große Rapsstängelrüssler zwar innerhalb weniger Tage eiablagebereit. Für intensive Eiablage reichen die zum Wochenende vorhergesagten Temperaturen aber meistens nicht aus. Eine Behandlung noch in dieser Woche ist nur beim Vorkommen des Rapsstängelrüsslers über der Schwelle im wärmeren Westen notwendig. Werden dagegen nur wenige Stängelrüssler gefangen oder findet der Zuflug erst ab Donnerstag statt, kann noch bis Anfang nächster Woche gewartet werden. Beim Kohltriebrüssler ist der Handlungsspielraum je nach Temperatur ohnehin länger, weil er länger für die Eireife benötigt.

 

Für eine umgehende Behandlung direkt nach Schwellenüberschreitung der Rüssler spricht ein hoher Befall mit Rapserdflohlarven. Sind 60-70% der Blattstiele befallen (Vernarbungen oder Aufplatzungen, im Inneren Larven mit 3 Beinpaaren und schwarzer Kopfkapsel), können jetzt noch kleine Larven (v.a. in spät gesätem Raps) mit erfasst werden.

Das Lagerrisiko ist nach dem äußerst milden Winter bei weit entwickelten Beständen generell erhöht. Bei sehr dichten und wüchsigen Beständen mit weniger standfester Sorte ist über ein Wachstumsregler-Splitting zu entscheiden. Bei der Kombination mit Insektiziden ist auf die Bienenschutzauflage der Tankmischung zu achten. Solange die Nächte frostig bleiben, sollte der Einsatz aber unterbleiben. Phomabefall trat im letzten Herbst nur selten kritisch auf. Nur wo Phoma-Blattbefall augenfällig wurde, sollten Mittel und Aufwandmenge auch auf fungizide Leistung ausgelegt werden. Besonders der milde und sehr niederschlagreiche Februar hat Phoma gefördert.

 


 

 

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster