Rapsernte – den optimalen Druschtermin finden

Der optimale Erntetermin hängt jedoch nicht nur von der Sorte, sondern ebenso stark von den Anbaubedingungen, dem Krankheits- und Schädlingsbefall und natürlich der Witterung ab. 

 
Beginnt die Ernte zu früh, werden Ertragsverluste durch mangelnde Druschfähigkeiten riskiert. Wird der optimale Abreifezeitpunkt verpasst, können steigende Vorernteverluste oder extreme Wetterbedingungen den Ertrag mindern.

Sortentypische Druscheigenschaften

Vergleicht man verschiedene Rapssorten unter gleichen Umweltbedingungen, so zeigen sich sortentypische Unterschiede nicht nur im Ertrag, sondern eben auch in den Druscheigenschaften. Seit vielen Jahren laufen bei RAPOOL Mähdrusch-Versuche, um solche Sortencharakteristika genauer zu erfassen. Kernstück der Versuche ist die Messung des Druschkraftbedarfs direkt auf der Antriebswelle (Foto). Neben Kraftbedarf und Ertrag werden auch Kornfeuchte sowie Feuchte des ausgedroschenen Strohs erfasst. Es hat sich hierbei in den Versuchen gezeigt, dass optische Beurteilung der Stoppelfärbung und gemessene Strohfeuchte zwar oft, aber nicht grundsätzlich übereinstimmen. So können auch optisch grüne Stängel bereits relativ trocken sein und sich gut dreschen lassen; bestes Beispiel BENDER. Gleichzeitig gibt es Typen, die im Stängel optisch braun sind, aber dennoch eine hohe Restfeuchte aufweisen. Als Ergebnis können neue Sorten wie z.B. LUDGER, VIOLIN oder SMARAGD

Messung des Druschkraftbedarfs direkt auf der Antriebswelle
 Messung des Druschkraftbedarfs direkt auf der Antriebswelle
bereits frühzeitig besser in ihren Reife- und Druscheigenschaften beschrieben und in Relation zu den bekannten Sorten besser eingeordnet werden.

Umweltbeeinflusste Druschfaktoren

Durch anhaltende Trockenheit, hohe Strahlungsintensität oder Hitzetage mit über 30 °C kann sich das obere Schotendach schon sehr weit abgereift zeigen. Optisch vermittelt dieses oft einen falschen Reifeeindruck. Vor allem der Schotenansatz an den Seitentrieben wird unter solchen ertragsrelevant sein und bestimmt rund 2/3 des Ertrags – auch wenn einige Schoten im oberen Bereich schon ausfallen können. Der Erntetermin sollte an die Reife der unteren Schoten ausgerichtet werden, die weniger exponiert zur Sonne sind. Es gilt also Geduld zu bewahren, bevor die Ernte eingefahren werden kann!

Insbesondere in Stresslagen mit z.B. starken Rapsglanzkäfer-Fraßschäden oder stärker ausgeprägter Knospenwelke können Bestände nur geringen Schotenansatz an den Haupttrieben aufweisen. Hier müssen die Seitentriebe zweiter und dritter Ordnung den noch möglichen Ertrag bringen. Die Seitentriebe haben dabei oft zeitlich verzögert geblüht und entsprechend später Schoten angesetzt. Dies zeigt sich jdann in einer späteren, inhomogeneren Abreife. Ein Grund mehr, warum die Reifebestimmung insbesondere an den spätgebildeten Seitentrieben erfolgen sollte.

Die jeweilige Schotenreife kann in diesem Jahr sehr unterschiedlich sein.
 Die jeweilige Schotenreife kann in diesem Jahr sehr unterschiedlich sein.
Generell gilt: Geduld bei der Rapsernte zu bewahren!