Aktuelle Prognose zu Rapsschädlingen (KW 8)

Das außergewöhnlich warme Wetter hat in vielen Regionen Deutschlands sehr früh im Jahr den Hauptzuflug der Rüsselkäfer in die Rapsbestände ausgelöst.

Links: Großer Rapsstängelrüssler / Rechts: Gefleckter Kohltriebrüssler
 Links: Großer Rapsstängelrüssler / Rechts: Gefleckter Kohltriebrüssler
Bereits gestern gab es Meldungen von Schwellenüberschreitungen am Samstag/Sonntag – teils deutlich – in den Gelbschalen (z.B. Westfalen, Niedersachsen, Bayern). 

In Gebieten, wo der Rapsstängelrüssler vorkommt und wo dieser bereits über der Schwelle gefangen wurde (5 und mehr Käfer pro Gelbschale), muss umgehend behandelt werden bzw. sobald es die Befahrbarkeit der Flächen sowie die Windverhältnisse erlauben; es soll trocken bleiben. Bei den anhaltend hohen Temperaturen sind die Käfer binnen 2 Tagen eiablagereif.

Kommt ausschließlich der Gefleckte Kohltriebrüssler vor und sind am Wochenende nennenswert Käfer zugeflogen (ab 15 Käfer pro Gelbschale), muss nach heutiger Wettervorhersage je nach Region ab Mittwoch/Donnerstag mit Eiablage gerechnet werden. Um diese und damit mögliche Schäden zu verhindern, empfiehlt sich die Behandlung am Dienstag/Mittwoch. Wenn man gegen Abend behandelt, erfasst man auch den Neuzuflug dieses Tages, und die Flächen können bis dahin noch weiter abtrocknen. Kleinere Erdfloh-Larven werden mit dieser Maßnahme miterfasst bei Flächen mit auffällig vielen befallenen Blattstielen (Aufplatzungen).

22.02.2021 Stängelrüssler Neuzuflugbedingungen
 22.02.2021 Stängelrüssler Neuzuflugbedingungen
Sind die Käferzahlen bislang noch gering (kühlere, höhere und windige Lagen), kontrollieren Sie bitte in den nächsten Tagen jeden Abend Ihre Gelbschalen auf (Neu-)Zuflug. Denn das Wetter ermöglicht fast deutschlandweit intensiven Zuflug. Wenn sich zum Wochenende das Wetter abkühlt, ist kein weiterer Zuflug und keine weitere Eiablage zu erwarten. Nur wer bis dahin vereinzelte Rüsslerfänge unter der Schwelle in seinen Gelbschalen hatte, kann mit der Behandlung bis zur nächsten Schönwetterphase warten.

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster