Aktuelle Prognose zu Rapsschädlingen und -wachstumsreglern (KW 14)

Letzte Woche kam es in den Lagen, in denen im Februar und in der vorletzten Woche noch nicht alle Käfer zugeflogen waren, zu einer 2. Zuflugwelle bei den Rüsslern (z.B. auf Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen sowie vereinzelt in Bayern). 

Rapsglanzkäger Neuzuflug-Bedingungen
 Rapsglanzkäger Neuzuflug-Bedingungen

Zeitgleich gab es verbreitet optimale Bedingungen für den Zuflug von Glanzkäfern: Der Befall auf den Knospen stellte sich zum Ende der Woche von Region zu Region und von Schlag zu Schlag sehr unterschiedlich dar. Der Raps ist schnell weitergekommen.

Bei der spätwinterlichen Witterung in dieser Woche stagniert die Entwicklung von Pflanzen und Schädlingen. Bis Donnerstag ist bei deutschlandweit Temperaturen im einstelligen Bereich kein Glanzkäfer-Neuzuflug zu erwarten. Wenn am Freitag/Samstag in der Südhälfte Deutschlands – und dort besonders im Südosten – die Höchstwerte kurzzeitig wieder auf 15-18 Grad ansteigen, ist bei mehrstündigem Sonnenschein wieder Zuflug möglich.

Dort sollten die Bestände dann auch auf Befall kontrolliert werden (in die Mitte des Schlages gehen und mehrere Pflanzen in eine Schale klopfen). War beim Kohltriebrüssler die Schwelle erst Ende letzter Woche (erneut) überschritten, und es wurde nicht behandelt: Im Süden die Behandlung bei wieder wärmeren Bedingungen am Freitag/Samstag nachholen. In den nördlichen Regionen Deutschlands kann bis zur nächsten warmen Phase gewartet werden; erst dann sind diese Spätzuflieger eiablagebereit. Ein geplanter Einsatz von Wachstumsreglern/Fungiziden sollte in dieser Woche bei Nachtfrostgefahr unterbleiben.

 

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster