Aktuelle Prognose zu Rapsschädlingen (KW 6)

Im Südwesten Deutschlands und im Südosten Bayerns sowie im Süden und Südosten Deutschlands den Erstzuflug der Rüssler nicht verpassen – Gelbschalen aufstellen!

09.02.2022

 

Wo es im Südwesten Deutschlands und im Südosten Bayerns heute und morgen vorfrühlingshaft mild ist, mit Temperaturen über 12 Grad, sollten Gelbschalen (mit Gitter) auf den Rapsflächen stehen.

Gerade die erste Zuflugwelle der Stängelrüssler (Kohltriebrüssler und/oder Rapsstängelrüssler) sollte nicht verpasst werden. Nach den schönen Tagen in die Gelbschalen schauen.

So unterscheiden sich die beiden Rüssler-Arten:

RAPOOL Gelbschale
 RAPOOL Gelbschale

1) Großer Rapsstängelrüssler:

Aussehen: 3,2–4 mm, schwarz-grau meliert
Schwelle: 5 Käfer/Gelbschale in 3 Tagen

2) Kohltriebrüssler:

Aussehen: 2,5–3 mm, braun-grau meliert, weißer Rückenfleck, rötliche Füße
Schwelle: 15 Käfern/Gelbschale in 3 Tagen

Zur Bestimmung die Rüssler aus der Gelbschale nehmen, auf Küchenkrepp trocknen lassen und mit einer Lupe betrachten.

Bei der Gelegenheit den Raps auf den Befall mit Erdflohlarven kontrollieren nach dem wiederum zu warmem Winter!

In allen anderen Regionen Deutschlands reichen die Temperaturen und Sonnenscheinstunden weiterhin noch nicht für den ersten Zuflug der Stängelrüssler.

 

Hinweis: Aufgrund der Witterungsentwicklung wurde der Text vom 09.02.2022 nochmal aktualisiert.

11.02.2022

 

Im Süden und Südosten Deutschlands den Erstzuflug der Rüssler nicht verpassen – Gelbschalen aufstellen

Im Süden Deutschlands und regional im östlichen Sachsen und südlichen Brandenburg kann der Hauch von Vorfrühling Erstzuflug von Stängelrüsslern in die Rapsbestände ausgelöst haben. Auch am bevorstehenden Wochenende und Montag kann dies regional bei Sonnenschein und Höchstwerten deutlich über 10 Grad der Fall sein. Sofern nicht bereits geschehen: Gelbschalen (mit Gitter) im Raps aufstellen! 

Es ist wichtig, die erste Zuflugwelle von Kohltriebrüssler und – wo er vorkommt – Rapsstängelrüssler nicht zu verpassen: Denn die Käfer fliegen an den ersten günstigen Tagen häufig in größerer Zahl zu. Ob diese wichtigen Schädlinge behandelt werden mü

ssen, weiß man nur, wenn man diese Käfer in den Gelbschalen „erwischt“ und nach den schönen Tagen auch zählt. 

So unterscheiden sich die beiden Rüsslerarten (zur Bestimmung auf Küchenpapier trocknen lassen und mit 

 

einer Lupe betrachten):

 

Großer Rapsstängelrüssler:

Aussehen: 3,2–4 mm, schwarz-grau meliert

Schwelle: 5 Käfer/Gelbschale in 3 Tagen

 Kohltriebrüssler:

Aussehen: 2,5–3 mm, braun-grau meliert, weißer Rückenfleck, rötliche Füße

Schwelle: 15 Käfern/Gelbschale in 3 Tagen 

 

 

Nur wenn es nach dem Zuflugbeginn warm und sonnig bleibt, können die Käfer bereits nach wenigen Tagen eiablagebereit 

sein, so dass ggf. wenige Tage nach Zuflugbeginn auch behandelt werden muss (dies war im letzten Jahr häufig der Fall). Stand heute sieht es bis Anfang nächster Woche noch nicht danach aus. An das Befahren der Flächen ist ohnehin nicht zu denken. „Habachtstellung“ ist aber angesagt, wo der große Rapsstängelrüssler bereits in dieser Woche die Schwelle in den Gelbschalen überschreitet und wo besonders viele Kohltriebrüssler gefangen werden.

Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihren Raps auf Erdflohlarven zu kontrollieren (Vernarbungen, “Huckel“ und Aufplatzungen an den Blattstielen und im Inneren Larven mit 3 Beinpaaren und schwarzer Kopfkapsel)! Der Rapserdfloh konnte in den häufigen milden Phasen dieses Winters sein Eiablagegeschäft fortsetzen, und die Larvenentwicklung ging weiter. Im vergangenen Spätherbst waren in den vielen spät gesäten Rapsbeständen die Larvensymptome noch nicht sehr ausgeprägt und wurden schnell übersehen. Sind jetzt 60-70% der Blattstiele befallen, kann eine kombinierte Behandlung direkt nach dem Zuflug der ersten Rüssler erforderlich sein, also sobald es die Bedingungen zulassen.

In allen anderen Regionen Deutschlands reichen die Temperaturen und Sonnenscheinstunden weiterhin noch nicht für den ersten Zuflug der Stängelrüssler.

 
 
 

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster